An den bisherigen Verhandlungstagen im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow gab es viele furchtbare Momente. Momente, die für die Mutter des getöteten Jungen schrecklich gewesen sein müssen – und an denen auch andere Prozessbeteiligte und die Zuschauer im Landgericht Rostock schwer zu kauen hatten. Vor allem die Tage, an denen es um die Auffindesituation von Fabians Leiche am Tatort ging, haben Spuren hinterlassen. Zu deb schrecklichsten Momenten gehört die Aussage einer Polizistin: Sie brach vor Gericht in Tränen aus.
Polizistin sagte im Fall Fabian aus Güstrow vor Gericht aus
Die Polizeibeamtin sagte vor Gericht aus, weil sie eine der Ersten am Tatort war. Die 43-Jährige saß in dem Streifenwagen, der zuerst an dem Tümpel bei Klein Upahl eintraf. Zuvor hatte die Angeklagte Gina H. die Polizei alarmiert, den Fund von Fabians Leiche auf dem Feld gemeldet. Die Polizistin schilderte vor Gericht, wie sie vor Ort von Gina H. zur Leiche geführt wurde.
Bei der Vernehmung stockte ihr kurz der Atem, die Tränen kamen. Kurz musste sie unterbrechen, entschuldigte sich dafür. „Das war eine herausfordernde Situation“, sagte sie. „Tut mir leid.“
Eine erfahrene Polizistin berichtet vom Fund der Leiche, dabei kommen ihr die Tränen: Ein schlimmer Moment, der zeigt, wie schrecklich die Situation vor Ort gewesen sein muss. Eindrücklich schilderte die Polizeibeamtin ihre Gedanken zu Fabians Leiche. „Entschuldigung, dass ich das so sage. Mein Eindruck war: Er wurde entsorgt wie Müll.“ Dem Jungen sei die Ehre genommen worden. „Ihm wurde die letzte Würde genommen.“
Fabian wurde an dem Tümpel laut Anklage mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers erstochen, im Anschluss wurde seine Leiche mit Grillanzünder in Brand gesteckt. Mutmaßlich sollten damit Spuren vernichtet werden.

War es Gina H.? Die 30-jährige Ex-Freundin und jetzt wieder Partnerin von Fabians Vater Matthias R. muss sich seit Ende April vor Gericht verantworten. Die Ermittler glauben, dass sie die Tat begangen hat. Ob sie es wirklich war, soll im Prozess herausgefunden werden.
Bis zu einer Verurteilung durch das Gericht gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung. Allerdings macht auch das, was die Polizistin über das Verhalten von Gina H. am Tatort erzählte, nicht unbedingt einen guten Eindruck.
Polizistin: Gina H. nicht erschüttert über Leichenfund
Bei der 30-Jährigen habe man keine Erschütterung über den Fund der Leiche gespürt, sagte sie bei der Vernehmung. Sie habe keine Emotionen gezeigt, auch nicht geweint. Zwischendurch habe sie aber gesagt, sie brauche einen Seelsorger. Die Polizeibeamtin schilderte, dass sie glaubte, Gina H. habe mit dem Satz ihre Emotionen transportieren wollen. Aber: „Ich habe in dem Moment gedacht – ich spreche jetzt auch mal für meinen Kollegen: Den bräuchten wir jetzt dringender“, sagte die 43-Jährige. Gina H. habe gewirkt, als habe sie sich die Dinge, die sie sagte, vorher zurechtgelegt.

Gina H. schilderte am Tatort außerdem, dass sie mit einer Freundin mit den Hunden auf dem Feld spazieren war. Glaubt man der Aussage jener Freundin, war alles kein Zufall: Heike M. trat als eine der wichtigsten Zeuginnen im Mordprozess um Fabian auf. Sie berichtete, dass Gina H. mit ihr und ihren Hunden gezielt zum Tümpel fuhr.
Gina H. wollte, dass hund die Leiche von Fabian findet
Sie war schon am Tag zuvor bei Fabians Leiche gewesen und suchte laut Heike M. nun einen Ausweg, um die Polizei alarmieren zu können, ohne selbst verdächtig zu werden. Ihr Plan: Bei einem zufälligen Spaziergang sollte der Hund die Leiche finden. Doch schon im Streifenwagen berichtete Heike M. gegenüber einem Polizisten von dem Plan – und ließ auffliegen, dass der Fund von Fabians Körper kein Zufall war.


