Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen – auch im höheren Alter. Wer heute 65 ist, hat im Schnitt mehrere zusätzliche Lebensjahre vor sich als noch in den 90er-Jahren. Das berichtet das Portal „ihre-vorsorge.de“.
Rentner leben immer länger
Wer heute mit 65 in Rente geht, darf sich statistisch auf deutlich mehr Lebenszeit freuen als noch vor 30 Jahren. Nach aktuellen Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung kommt ein 65-jähriger Rentner inzwischen auf eine durchschnittliche Restlebenszeit von 17,56 Jahren. Mitte der 90er waren es noch rund 14,6 Jahre – also fast drei Jahre weniger.
Auch im höheren Alter sieht es besser aus als früher. Selbst mit 75 oder 85 stehen die Chancen gut, noch einige Jahre dranzuhängen. Ein 85-jähriger Mann kann rein statistisch noch mit mehr als fünf weiteren Lebensjahren rechnen.
Frauen bleiben dabei weiterhin Spitzenreiterinnen in Sachen Lebensdauer. Eine 65-jährige Rentnerin hat heute im Durchschnitt knapp 21 weitere Jahre vor sich. Männer kommen auf rund dreieinhalb Jahre weniger. Das liegt daran, dass das Sterberisiko bei Männern über nahezu alle Altersstufen hinweg höher ist.

Auch der Blick auf Neugeborene zeigt den langfristigen Trend: Mädchen, die aktuell zur Welt kommen, haben laut Statistischem Bundesamt eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,2 Jahren, Jungen von 78,5 Jahren. Vor 100 Jahren lagen diese Werte noch mehr als 20 Jahre darunter.
Gründe sind vor allem medizinischer Fortschritt, bessere Hygiene, Ernährung, Wohnverhältnisse und insgesamt gestiegener Wohlstand. Zudem ist die Säuglings- und Kindersterblichkeit massiv zurückgegangen.
Das Paradox der Lebenserwartung
Interessant ist dabei ein statistischer Effekt. Menschen, die das 65. Lebensjahr bereits erreicht haben, haben rechnerisch oft bessere Aussichten als Neugeborene. Der Grund ist simpel, denn frühere Sterberisiken spielen dann keine Rolle mehr.
Ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert
Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie stark sich die Zeiten verändert haben: Als Otto von Bismarck 1889 die gesetzliche Rentenversicherung einführte, erreichten viele Menschen das Rentenalter gar nicht. Ende des 19. Jahrhunderts lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer bei rund 35 Jahren, für Frauen bei etwa 38 Jahren.



