Für die deutsche Oscar-Hoffnung „In die Sonne schauen“ hat es leider nicht zu einer Nominierung gereicht. Doch wer genau hinschaut, der weiß, dass die Oscars dieses Jahr trotzdem ganz schön deutsch sind – und das nicht nur, weil Leonardo DiCaprios Oma aus Gelsenkirchen kommt. Sogar ein paar Berliner wirken hinter den Szenen bei den Nominierten dieses Jahr mit.
Hinter „Sentimental Value“ steckt deutsche Produktionsfirma
„Sentimental Value“ ist in diesem Jahr nominiert für Bester Film, Bester Regisseur, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes Drehbuch, Bester Filmschnitt und Bester Internationaler Film. Eine ganz schöne Leistung – und wussten Sie, dass daran sogar auch Berliner beteiligt waren? Eigentlich ist „Sentimental Value“ ein norwegischer Film, aber eine der beteiligten Produktionsfirmen ist „Komplizen Film“ mit Standorten in München und Berlin. Bereits 2016 haben sie übrigens mit „Toni Erdmann“ Preise gewonnen.
Deutsche Schauspieler in „Frankenstein“ und „The Secret Agent“
Einen Berliner vor der Kamera können Sie übrigens auch sehen, nämlich in „Frankenstein“. Christoph Waltz kennt seit „Inglourious Basterds“ jeder, aber wussten Sie, dass er momentan in Los Angeles und Berlin lebt? Auch wenn er in Wien geboren wurde, hat er auch eine deutsche Staatsbürgerschaft. In „Frankenstein“ spielt er den reichen Heinrich Harlander, einen reichen Mann, der Victor Frankensteins Vorhaben, einen Menschen zu bauen, finanziell unterstützt. „Frankenstein“ ist nominiert in den Kategorien Bester Film, Bester Nebendarsteller, Bestes Adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bester Ton, Bestes Make-up und beste Frisuren sowie Beste Filmmusik.

Tragisch wird es beim nächsten Film: „The Secret Agent“ ist viermal nominiert, darunter auch als Bester Film und Bester Internationaler Film. Deutsche Filmfans sehen die Nominierungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn darin spielt die Kino-Legende Udo Kier seine letzten Rolle: einen deutschen Juden, der sich in der brasilianischen Militärdiktatur verstecken muss.
Deutscher Tischtennis-Adel spielt bei „Marty Supreme“ mit
Auch für deutsche Sportfans ist dieses Jahr etwas dabei. „Marty Supreme“ kommt erst am 26. Februar in die deutschen Kinos, viele können das aber kaum abwarten. Neun Oscar-Nominierungen hat der Tischtennis-Film mit Star Timothée Chalamet (30), darunter Bester Film und Bestes Casting – und zu dem Casting gehört übrigens auch der deutsche Tischtennis-Star Timo Boll. Der erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler schwärmt: „Es ist ein verrückter Film. Lang, aber total unterhaltsam. Die zweieinhalb Stunden gehen vorbei wie nichts“, schildert Timo. Also ein absolutes Muss, nicht nur für Tischtennis-Fans.


