Nach seinem Tod

Jack Whites Witwe packt über die letzten Jahre aus: „Hölle auf Erden“

Erschütternde Worte nach Jack Whites Tod: Seine Witwe Rafaella erzählt von den letzten Jahren mit ihrem schwer depressiven Mann.

Author - Julia Nothacker
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Jack White und Ehefrau Rafaella bei einem Event im Jahr 2018.
Jack White und Ehefrau Rafaella bei einem Event im Jahr 2018.Berlinfoto/imago

Drei Monate nach dem Tod von Hit-Produzent Jack White (†85) spricht seine Witwe Rafaella Nussbaum (41) erstmals offen über ihre Verzweiflung in der Ehe und über einen Abschied, der bis heute schmerzt.

Rafaella Nussbaum hat die Hölle auf Erden erlebt

Jack White, bürgerlich Horst Nussbaum, gehörte jahrzehntelang zu den erfolgreichsten Musikproduzenten Deutschlands. Songs wie „Looking for Freedom“ machten ihn zur Legende. Doch was nach außen glänzte, war hinter den Kulissen oft ein Albtraum, wie nun seine Witwe gegenüber der Illustrierten Bunte erzählt. Jack White litt an schweren Depressionen, im Oktober 2025 nahm er sich das Leben. Nur wenige Tage zuvor war die Trennung von Jack White und Rafaella bekannt geworden.

Mit klaren Worten beschreibt Rafaella Nussbaum die letzten Jahre an der Seite des Stars. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder. „Ich habe seit Dezember 2024, bis zum Suizid meines Mannes, die Hölle auf Erden durchlebt“, sagt sie. Ihr Leben war geprägt von Angst, Kontrolle und der ständigen Sorge um den psychisch kranken Ehemann.

Rafaella Nussbaum konnte ihrem kranken Mann nicht helfen.
Rafaella Nussbaum konnte ihrem kranken Mann nicht helfen.Matthias Wehnert/imago

15 Jahre lang waren Jack White und die mehr als 40 Jahre jüngere Rafaella liiert, zehn davon verheiratet. Sie spricht von Eifersucht, Dominanz und emotionalem Druck. „Vermutlich fing es schon in der Corona-Zeit an, dass Jack keine Lust mehr hatte, das Haus zu verlassen. Er ging abends eine Stunde essen, das war’s. Keine Reisen mehr, keine Aktivitäten. Auch wir sollten zu Hause bleiben“, berichtet sie.

Die ständige Angst um Jack White

Besonders belastend: die permanente Angst, Jack White könnte sich etwas antun. Drei Suizidversuche hatte der Musiker bereits hinter sich. Im Interview beschreibt Rafaella einen Abend, an dem ihr Mann erneut versucht hatte, sich das Leben zu nehmen: „Da lag er. Reglos. Mit Schaum vor dem Mund. Vier Wochen lag er auf der Intensivstation, danach war er in einer Psychoklinik, aber nur ein paar Tage. Acht Jahre zuvor hatte er seinen ersten Suizidversuch. Im Mai seinen dritten. Ich war völlig verzweifelt.“

Rafaella flehte ihren Mann, sich helfen zu lassen, doch Jack White weigerte sich. Er ging nur ein einziges Mal zur Therapie und nahm kein Antidepressiva. „Der Mann, den ich so geliebt und bewundert hatte, war nicht mehr da. Stattdessen drohte er mir, es wieder zu tun. Nach außen haben wir eine Lüge transportiert, um sein Bild in der Öffentlichkeit zu wahren. Eine heile Familie, ein gesunder, erfolgreicher und viriler Superstar, Millionär und Vater.“

HILFE BEI SUIZIDGEDANKEN
Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote: Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch. mutes.de Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de