Es sollte ein Moment voller Emotionen werden. Am Freitagabend kniete Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser (27) beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg auf dem Rasen des RheinEnergieSTADIONs und hielt vor mehr als 50.000 Zuschauern um die Hand seines Partners an. Applaus, Jubel, Gänsehaut. Bilder des Antrags verbreiteten sich rasant in den sozialen Netzwerken. Doch inzwischen zeigt sich: Dieser große Auftritt war offenbar kein einmaliger Moment.
Nicht der erste inszenierte Antrag
Pascal Kaiser ist nämlich bereits früher mit öffentlich inszenierten Heiratsanträgen in Erscheinung getreten. Schon vor mehr als zwei Jahren war er Teil eines aufwendig produzierten Social-Media-Projekts der Sparkasse Köln/Bonn, bei dem ein „Tag für die Ewigkeit“ inszeniert wurde – inklusive Kamerabegleitung, emotionaler Dramaturgie und prominenter Kulisse.
Auch damals endete der Tag mit einem Heiratsantrag. Schauplatz war damals das Dach des RheinEnergieSTADIONs. Kaiser trat dabei als Mitorganisator und enger Vertrauter der Aktion auf.
Der Auftritt am Freitagabend vor dem 1:0-Heimsieg des 1.FC Köln fügt sich damit in ein Muster ein: große Bühne, starke Bilder, maximale Aufmerksamkeit.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Diebstahls
Kurz nach dem öffentlichen Heiratsantrag wurde bekannt, dass die Kölner Staatsanwaltschaft gegen einen 27-Jährigen wegen Diebstahls und weiterer Vorwürfe ermittelt. Das berichtet die Kölnische Rundschau. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde wird der Beschuldigte bereits seit mehreren Monaten gesucht, bislang jedoch ohne Erfolg.
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist eine Strafanzeige, die Verantwortliche einer in Köln ansässigen „Beerpongbar“ im Herbst 2024 gegen einen ehemaligen Mitarbeiter erstattet hatten. Ihm wird vorgeworfen, das Unternehmen plötzlich verlassen zu haben – unter anderem mit Bargeld, Wechselgeld und einem Laptop.
Heiratsantrag bringt neue Hinweise
Erst durch den öffentlichkeitswirksamen Heiratsantrag sowie Hinweise aus den sozialen Netzwerken wurden laut dem Bericht mutmaßlich Geschädigte und die Staatsanwaltschaft erneut auf den Gesuchten aufmerksam.
Nach dem jüngsten Antrag meldeten sich laut Angaben der „Beerpongbar“ viele Personen mit ähnlichen Schilderungen über Pascal Kaiser. Sie berichten von Mietschulden, zurückgelassenen Wohnungen und Inkasso-Schreiben. Die Betreiber erklären, entsprechende Belege den Behörden übergeben zu haben.

