Es war ein Moment, der viele berührte. Der Amateurschiedsrichter Pascal Kaiser hält im Stadion des 1. FC Köln beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg vor mehr als 50.000 Zuschauern um die Hand seines Partners an. Bilder gehen viral, Medien berichten über Mut, Sichtbarkeit und Queersein im Fußball. Nun wirft die „Beerpongbar“ in Köln dunkle Schatten auf diesen Auftritt.
Betreiber wirft Ex-Mitarbeiter Fehlverhalten vor
Denn während der Antrag öffentlich gefeiert wurde, erhebt der Betreiber der Kölner Beerpongbar schwere Vorwürfe gegen Pascal Kaiser. In einem öffentlichen Statement auf Instagram schreibt die Bar, der Betroffene sei dort als Betriebsleiter tätig gewesen und habe das Unternehmen plötzlich verlassen – mitsamt Wochenumsatz, Wechselgeld und einem Laptop.
Eine Anzeige sei gestellt worden, der Fall gestalte sich jedoch kompliziert. Nach Angaben der Bar suche die Polizei weiterhin nach ihm, aktuell sei er zudem nirgendwo gemeldet.
Besonders irritiert zeigt sich die Bar über den zeitlichen Zusammenhang. Trotz der offenen Vorwürfe habe Pascal öffentlich einen Heiratsantrag gestellt – „dreist“, wie es in dem Statement heißt. Zudem widerspricht die Bar der Darstellung, er sei als Schiedsrichter aktiv. Nach ihren Angaben sei er aus dem Verband ausgeschlossen worden.
Nutzer schildern ähnliche Erfahrungen
Nach der Veröffentlichung meldeten sich weitere Nutzer bei der Bar mit ähnlichen Schilderungen. Mehrere Personen berichten laut der Beerpongbar, Pascal habe sie früher als Mitbewohner mit Mietschulden, Inkassoschreiben und hinterlassenem Müll zurückgelassen. Einer schreibt, er sei später sogar wegen angeblicher Unterschlagung angezeigt worden.


