Ein Konzept mit Biss?

Pferde als Löwenfutter gesucht – Schwedischer Tierpark sorgt für Aufsehen

Alte Pferde als Löwenfutter: Das Konzept soll nachhaltig sein, doch der Aufschrei ist laut. Was denken Sie dazu?

Author - Veronika Hohenstein
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Nachhaltig oder einfach nur schlimm? Im schwedischen Borås Tierpark fressen Löwen, Hyänen und Wildhunde künftig Fleisch von alten Pferden. (Symbolfoto)
Nachhaltig oder einfach nur schlimm? Im schwedischen Borås Tierpark fressen Löwen, Hyänen und Wildhunde künftig Fleisch von alten Pferden. (Symbolfoto)IMAGO / Depositphotos

Aufruhr in Schweden unter Tierliebhabern. Der örtliche Tierpark in der Stadt Borås hat angekündigt, künftig alte Pferde entgegenzunehmen, sie vor Ort zu töten und mit Haut und Haar an die Raubtiere zu verfüttern. Ein kontroverses Angebot, das Wellen schlägt.

„Wir haben unsere Löwen, die extrem auf Fleisch angewiesen sind, unsere Hyänen, die Wildhunde – das ist eine ganze Gruppe, die das Fleisch braucht“, erklärt Erik Johansson, Soziologe, auf Schwedisch gegenüber dem lokalen Radiokanal P4Sjuhärad.

Dem Radiobeitrag zufolge soll künftig unter dem Schlagwort „Trotjänaravlidning“ (übersetzt etwa: „den alten Gefährten einschläfern“) der Tierpark diese ungewöhnliche Dienstleistung anbieten: Pferdebesitzer können dann ihre Tiere für 2500 Kronen, umgerechnet etwa 200 Euro, abgeben. Im Gegenzug wird das Fleisch nicht nur „sinnvoll“ verwendet, sondern auch „wirtschaftlich“ integriert im Konzept des Tierparks.

„Es ist für uns ökonomischer, als ständig extern Fleisch zu kaufen. Es ist ein gutes Ergänzungsmodell zu dem, was wir bereits haben“, erklärt Johansson im Interview mit dem Radiosender P4 Sjuhärad.

Von treuen Begleitern zu Raubtierfutter: Schwedischer Tierpark sorgt für Aufsehen!

Die Tiere werden im Ganzen verfüttert – Haut, Fell und alles drum und dran. „Unsere Raubtiere können so ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben, das Zerren, Reißen und Arbeiten für die Nahrung.“ Für viele Pferdebesitzer ist der Gedanke, dass ihr langjähriger Begleiter zum Raubtierfutter wird, schwer zu verdauen. Johansson zeigt Verständnis und meint, er verstehe, dass dieses Angebot natürlich nicht für alle Pferdebesitzer infrage kommt.

Gegenwärtig setzt der Tierpark vor allem auf Fleisch von Notschlachtungen, das für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist. Doch die neue Methode könnte nicht nur Kosten senken, sondern auch einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen fördern.

Während manche die Idee als pragmatisch und nachhaltig begrüßen, werfen Kritiker Fragen nach Ethik und Tierliebe auf. Liebe KURIER-Leser, was denken Sie zu diesem schwedischen Modell der Pferdeverwertung und Raubtierfütterung? Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung an leser-bk@berlinerverlag.com – wir freuen uns! ■