Einfach gruselig

Schrecklicher Tod! Er blieb in einer Höhle stecken und wurde nie befreit

Diese Geschichte ist nichts für Menschen mit Platzangst: Höhlenforscher John Jones blieb 2009 kopfüber in einer Höhle in Utah stecken und starb.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Es muss ein furchtbarer Tod gewesen sein: John Edward Jones steckte kopfüber in einer tiefen Höhle fest - und konnte nicht befreit werden. Nach mehr als 27 Stunden gab sein Körper auf.
Es muss ein furchtbarer Tod gewesen sein: John Edward Jones steckte kopfüber in einer tiefen Höhle fest - und konnte nicht befreit werden. Nach mehr als 27 Stunden gab sein Körper auf.zVg, Youtube (Montage: BK)

Etliche Menschen überall auf der Welt lieben es, unterirdische Höhlen zu erkunden, neue Tunnel und verborgene Kammern zu finden. Doch dabei kommt es leider immer wieder auch zu schrecklichen Zwischenfällen. Einer der berühmtesten ereignete sich in der Nutty Putty Cave im US-Bundesstaat Utah. Hier blieb der junge John Edward Jones schon 2009 kopfüber in einem engen Tunnel stecken. Er konnte nie befreit werden – und die tiefe Höhle wurde zu seinem Grab.

John Edward Jones blieb in der Nutty Putty Cave stecken

Der Höhlenkletterer war gerade einmal 26 Jahre alt – und verunglückte beim Klettern in der berühmten Nutty Putty Cave in Utah schwer. Die Kalksteinhöhle wurde im Jahr 1960 zum ersten Mal begangen – das Unglück von John Jones sorgte dafür, dass sie für immer verschlossen wurde. Sein Tod muss unvorstellbar schrecklich gewesen sein: Mehr als 27 Stunden steckte er in einem Tunnel in den Tiefen der unterirdischen Höhle fest, konnte sich keinen Zentimeter bewegen.

John Edward Jones hing kopfüber, kam weder vor, noch zurück – und sackte mit der Zeit immer tiefer in die Felsspalte. Nach mehr als einem Tag gab sein Körper auf. Der 26-Jährige starb in der Tiefe der Nutty Putty Cave an einem Herzstillstand.

Was war passiert? John Edward Jones besuchte die Höhle am 24. November 2009, zusammen mit einer Gruppe mit zwölf weiteren Personen. Die Truppe wollte die Nutty Putty Cave besichtigen, doch John Edward Jones hatte einen eigenen Plan: Er brach gemeinsam mit drei anderen Kletterern zu einer eigenen Erkundungstour auf.

Das Ziel: Sie wollten den legendären „Geburtskanal“ („Birth Canal“) bezwingen, einen besonders engen Tunnel in den Tiefen der Höhle, an dessen Ende es eine kleine Kammer zum Wenden gibt.

John Edward Jones hinterließ nach seinem Tod in der Nutty Putty Höhle seine Frau, eine gemeinsame Tochter und einen Sohn, der noch nicht geboren war.
John Edward Jones hinterließ nach seinem Tod in der Nutty Putty Höhle seine Frau, eine gemeinsame Tochter und einen Sohn, der noch nicht geboren war.zVg

Das Problem: John Edward Jones unterlief ein schrecklicher Irrtum. Er kroch kopfüber in einen steinernen Tunnel, an dessen Ende er den Geburtskanal wähnte. Doch das war falsch. Stattdessen kroch er auf dem Bauch in ein Gebiet der Höhle, in das zuvor nie jemand vorgedrungen war. Er schaffte es über eine steinerne, extrem enge Schwelle, hinter der sich ein neuer Schacht auftat.

Immer weiter kroch der Kletterer in die Tiefe der Höhle, bis er am Ende einen Kanal entdeckt, der beinahe senkrecht in die Tiefe führte. Nun glaubte John Edward Jones, den Geburtskanal erreicht zu haben.

John Edward Jones steckte in dem engen Schacht fest

Es handelte sich aber um eine Sackgasse. Jones rückte immer weiter in den gerade einmal 25 mal 46 Zentimeter großen Schacht vor – und konnte sich nicht mehr befreien. Nur noch seine Füße ragten aus der Öffnung, seine Arme waren an den Seiten des Körpers eingeklemmt.

Das Problem: Weil er vertikal und kopfüber hing, rutschte er mit jeder Bewegung weiter in die Spalte und verkeilte sich noch mehr. Die Arme konnte er nicht nutzen, um sich zurückzuschieben – und nach den ersten Versuchen, sich aus der misslichen Lage zu befreien, musste er schnell aufgeben.

Das Drama ereignete sich etwa 120 Meter vom Eingang der Nutty Putty Cave entfernt. Über seine Begleiter, die er rief, wurden Rettungskräfte alarmiert. Kletterer verschafften sich Zugang zu John Edward Jones und versuchten, Seile um seine Füße zu binden und ihn aus der Höhle zu ziehen. Doch diese führten über so viele felsige Kanten, dass ein Herausziehen seines Körpers aus der Ferne unmöglich war.

Daraufhin probierte man, ein System aus Flaschenzügen zu installieren, wie man es schon bei der Befreiung anderer Höhlenkletterer eingesetzt hatte. Doch auch das brachte nichts. Beim Versuch, ihn aus dem Loch zu ziehen, stießen seine Beine an die Oberseite der Höhle. Einer der Flaschenzüge riss, John Edward Jones rutschte wieder tiefer in das Loch.

Die Geschichte von John Edward Jones und seinem Tod in der Nutty Putty Cave wurde sogar verfilmt - untr dem Titel „The Last Descent“.
Die Geschichte von John Edward Jones und seinem Tod in der Nutty Putty Cave wurde sogar verfilmt - untr dem Titel „The Last Descent“.Everett Collection/imago

Nach einer ganzen Nacht in der Tiefe ließen seine Kräfte nach. Über eine eigens eingerichtete Telefonleitung konnte er noch Kontakt zu seiner Frau aufnehmen. Nach insgesamt 27 Stunden in der Nutty Putty Cave starb John Edward Jones dann an einem Herzstillstand. Doch der Fall des Höhlenkletterers wird noch gruseliger: Seine Leiche blieb für immer in den Tiefen der Höhle gefangen! Denn sie konnte nach seinem Tod nicht aus dem Schacht geholt werden.

Leiche von John Edward Jones wurde nie geborgen

„Sein sich versteifender Körper könnte die enge Biegung oberhalb seiner Füße nicht mehr passieren, ohne erhebliche Veränderungen am Durchgang vorzunehmen – was mit einem Bohrhammer Tage oder Wochen dauern könnte, möglicherweise etwas schneller mit Mikro-Sprengladungen“, schrieb Höhlenkletterer Brandon Kowallis, der an der Rettungsaktion beteiligt war.

Die unglaubliche Hitze in der Tiefe habe die Arbeiten in der Höhle zusätzlich erschwert. „Deshalb sieht es für die Bergung seiner Leiche sehr düster aus.“ Die Höhle wurde in der Nähe der sterblichen Überreste des 26-Jährigen deshalb mit einer Sprengung zum Einsturz gebracht, die Nutty Putty Cave wurde zu seinem Grab. In der Nähe erinnert eine Plakette an seinen Tod.

Würden Sie zum Klettern in eine so enge Höhle steigen? SChicken Sie uns Ihre Meinung zum Thema an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!