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Rentnerin klagt: 1730 Euro Rente nach 43 Jahren! So komme ich trotzdem durch

43 Jahre gearbeitet und nur 1730 Euro Rente: Eine Rentnerin zeigt, wie sie trotzdem über die Runden kommt – und wo sie sparen muss.

Author - Florian Thalmann
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Viele Menschen sind mit der Rente, die sie nach jahrzehntelanger Arbeit bekommen, alles andere als zufrieden. Das Geld reicht einfach nicht zum Leben.
Viele Menschen sind mit der Rente, die sie nach jahrzehntelanger Arbeit bekommen, alles andere als zufrieden. Das Geld reicht einfach nicht zum Leben.Joko/imago

In Deutschland liegt die sogenannte Standardrente aktuell und vor der kommenden Rentenerhöhung im Juli bei 1.835,55 Euro. Wer 45 Jahre gearbeitet und den Durchschnitt aller Arbeitnehmer in Deutschland verdient hat, darf sich über dieses Altersgeld freuen. Wobei „freuen“ in dem Zusammenhang schon zynisch ist, denn bei vielen reicht die Rente vorn und hinten nicht zum Leben. Dass die Renten vielen Menschen zu niedrig ausfallen, ist nicht nur in Deutschland ein Problem. Rentnerin Marina (62) aus Belgien hat jetzt erzählt, dass sie nach 43 Jahren harter Arbeit nur 1730 Euro im Monat bekommt – und verrät, wie sie damit auskommt.

1730 Euro Rente nach 43 Jahren Arbeit

Die 62-Jährige kommt aus Middelkerke in Belgien und ist im vergangenen Jahr nach 43 Jahren vorzeitig in Rente gegangen. Sie arbeitete zunächst bei einem Stahlunternehmen, später beim bekannten Pharmaunternehmen AstraZeneca. Nach ihrer Scheidung verdiente sie Geld als Verkäuferin – und mit 50 Jahren startete sie als Hausmeisterin noch einmal durch. „Ich war für die Instandhaltung, die Aufsicht und die tägliche Verwaltung des Gebäudes zuständig“, sagte sie. „Ich mochte meine Arbeit.“

Sie sei zufrieden damit gewesen – weniger allerdings mit dem, was nun auf dem Rentenschein steht. Marina erhält laut dem Bericht des belgischen Portals HLN 1730 Euro Rente. Eines ihrer großen Probleme: Zwar verdiente sie in ihrem Job zuletzt zwischen 1750 und 1850 Euro im Monat, der Wechsel zur Rente ist auf den ersten Blick also gar nicht so gravierend. Aber: In ihrem Hausmeisterjob wohnte sie umsonst in einem Apartment, musste keinen Strom zahlen.

Wie viel Rente bekommen Sie - und reicht Ihnen das Geld zum Leben? Hier lesen Sie, wie viel eine Rentnerin in Belgien bekommt und wie sie damit auskommt.
Wie viel Rente bekommen Sie - und reicht Ihnen das Geld zum Leben? Hier lesen Sie, wie viel eine Rentnerin in Belgien bekommt und wie sie damit auskommt.Nikito/imago

„Der Übergang in die Rente war also nicht sehr groß. Aber ich musste natürlich wieder Miete zahlen, weil ich dort nicht bleiben konnte“, sagt sie. „Für meine Wohnung zahle ich etwa 780 Euro im Monat – das summiert sich.“ Sie ist frustriert: Sie habe 43 Jahre lang durchgängig gearbeitet – und komme trotzdem nur auf diesen Rentenbetrag, beklagt Marina. „Ob ich damit zufrieden bin? Überhaupt nicht.“

Natürlich lebt sie in Belgien – und natürlich gibt es Unterschiede zum Leben von Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland. Es bleiben aber zwei wichtige Punkte: Die 62-Jährige ist unzufrieden mit ihrer Rente, bekommt etwas weniger als die Standardrente in Deutschland. Und sie muss trotzdem über die Runden kommen.

So kommt Rentnerin Marina mit ihrer Rente aus

Wie das geht? Sie hat sich ein System erarbeitet, nachdem sie schon seit 25 Jahren lebt. „Jeden Monat hole ich Bargeld für Einkäufe ab. Ich arbeite mit Umschlägen und gebe nie mehr aus, als darin steckt“, verrät die Rentnerin. „Außerdem lege ich jeden Monat Geld für Versicherungen, Steuern und unerwartete Ausgaben zurück.“

Sie findet trotz allem, dass sie finanziell gut dasteht – auch, weil sie 25 Jahre lang in eine private Altersvorsorge eingezahlt hat. Auch eine Versicherung von früheren Arbeitgebern trägt einen Teil dazu bei, dass Marina zwar wenig Rente bekommt, aber vernünftig leben kann.

Nach vielen Jahren Arbeit bleibt im Alter oft nur eine kleine Rente. Wer nicht vorsorgt oder arbeiten geht, kommt damit kaum durch.
Nach vielen Jahren Arbeit bleibt im Alter oft nur eine kleine Rente. Wer nicht vorsorgt oder arbeiten geht, kommt damit kaum durch.Michael Gstettenbauer/imago

Außerdem arbeitet sie im Ruhestand in einem Hotel als Frühstücksmitarbeiterin. „Nicht nur wegen des Geldes, sondern auch, um beschäftigt zu bleiben. Ich kann schlecht den ganzen Tag stillsitzen“, sagt sie. „Ich verdiene damit etwa 700 bis 750 Euro pro Monat. Dieses Geld lege ich hauptsächlich zurück – für später oder für einen Urlaub.“ Marina geht es also besser als vielen Rentnerinnen und Rentnern. Und dennoch bleibt sie bei ihrer Aussage: „Wer sein ganzes Leben gearbeitet hat, sollte doch etwas mehr behalten.“

Rentenalter soll zukünftig weiter steigen

In Deutschland hatten erst am Wochenende die Vorschläge der Rentenkommission für Wirbel gesorgt – sie sollen am Dienstag offiziell an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben werden. 30 Ideen für die Reform der Rente wurden erarbeitet. Dazu gehören der Ansatz, dass das Rentenalter mit der Lebenserwartung steigen soll.

Das würde den Berechnungen der Kommission nach bedeuten, dass Beschäftige 2041 erst mit 67,5 Jahren und 2051 mit 68 in Rente gehen könnten. Kritik kommt unter anderem von der Linken. „Schon heute schaffen es viele Menschen nicht, bis 67 zu arbeiten. Jetzt will die Rentenkommission das Arbeitsleben noch weiter verlängern“, sagte Rentenexpertin Sarah Vollath.

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