150 Mitarbeiter bangen

Familienunternehmen pleite: Deutscher Pralinenhersteller beantragt Insolvenz

Bittere Nachrichten in der Welt der Süßigkeiten. Ein westdeutscher Pralinenhersteller ist mehr als 50 Jahre nach der Gründung insolvent.

Author - Sharone Treskow
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DreiMeister mit Pralinen auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln 2024. Das Unternehmen hat kürzlich Insolvenz angemeldet.
DreiMeister mit Pralinen auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln 2024. Das Unternehmen hat kürzlich Insolvenz angemeldet.Christoph Hardt/Imago

Essen die Menschen zu wenig Premium-Pralinen? Der traditionsreiche Süßwarenhersteller DreiMeister aus Nordrhein-Westfalen steckt in der Krise: Das Unternehmen aus Werl hat nach mehr als 50 Jahren Insolvenz angemeldet. Ziel ist nun eine Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht – doch wie es weitergeht, ist offen.

Pralinenhersteller DreiMeister stellt Insolvenzantrag

Die DreiMeister Spezialitäten GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht Arnsberg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht gab dem Antrag statt und ordnete am Mittwoch die vorläufige Eigenverwaltung nach Paragraf 270b der Insolvenzordnung an.

DreiMeister steckt in finanziellen Schwierigkeiten und bekommt jetzt die Hilfe eines Insolvenzverwalters. (Symbolbild)
DreiMeister steckt in finanziellen Schwierigkeiten und bekommt jetzt die Hilfe eines Insolvenzverwalters. (Symbolbild)Wolfram Weber/Imago

Damit bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt, agiert jedoch nicht mehr allein: Ein vorläufiger Sachwalter überwacht alle Schritte. Diese Rolle übernimmt der Gütersloher Wirtschaftsjurist Michael Schütte. Er soll nun prüfen, ob das Unternehmen noch eine Zukunft hat. Parallel setzte das Gericht laufende Zwangsvollstreckungsmaßnahmen vorübergehend aus – ein Schritt, der dem Betrieb Zeit verschaffen soll, sich finanziell zu stabilisieren.

Zukunft von DreiMeister auf der Kippe

Im Mittelpunkt steht jetzt die Frage: Kann DreiMeister gerettet werden? Der eingesetzte Sachwalter analysiert die wirtschaftliche Lage sowie ein mögliches Sanierungskonzept. Zudem wird geprüft, ob ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um das Insolvenzverfahren überhaupt durchzuführen.

Die kommenden Wochen gelten als entscheidend. Zwar ermöglicht die Eigenverwaltung eine Sanierung aus eigener Kraft – doch ein Erfolg ist nicht garantiert. Ob Investoren einsteigen oder der Betrieb langfristig fortgeführt werden kann, ist gegenwärtig unklar.

Mehr als 150 Mitarbeiter von Insolvenz betroffen

Für die Beschäftigten ist die Lage besonders angespannt: Zuletzt arbeiteten mehr als 150 Beschäftigte für den Süßwarenhersteller. Produziert werden am Standort Werl-Westönnen vor allem Pralinen und Trüffelspezialitäten. Dort betreibt das Unternehmen auch einen Werksverkauf.

Konkrete Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nannte DreiMeister bislang nicht. Auch Geschäftsführer Markus Luckey äußerte sich nicht öffentlich zu dem Verfahren. Das Familienunternehmen, gegründet in den 1970er-Jahren, steht nun vor einer ungewissen Zukunft.

DreiMeister ist ein Familienunternehmen, das seit mehr als 50 Jahren im Geschäft ist. (Symbolbild)
DreiMeister ist ein Familienunternehmen, das seit mehr als 50 Jahren im Geschäft ist. (Symbolbild)Manuel Kamuf/Imago

DreiMeister verkauft in seinem Onlineshop unter anderem eine Ein-Kilogramm-Holzschachtel mit gemischten Pralinen für 87,99 Euro, hat aber auch kleinere Boxen für rund 14 Euro im Angebot. Die Sorten reichen von Klassikern wie Cappuccino oder Tiramisu bis hin zu ausgefallenen Leckereien wie Blaubeerboulevard oder Orangenblüte.

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