Deutschland steckt Anfang 2026 mitten in einer ausgewachsenen Eierkrise – ausgerechnet kurz vor Ostern. Erneut richtet sich der Blick auf die Niederlande, unseren wichtigsten Lieferanten.
Experte beruhigt: Osterfest nicht durch Eierknappheit gefährdet
Weil nur rund zwei Drittel des Bedarfs im eigenen Land produziert werden, sollen die niederländischen Eier die Lücken in den deutschen Supermarktregalen schließen. Doch trotz zusätzlicher Importe bleibt die Lage angespannt: Geflügelpest-Fälle, gestörte Lieferketten und eine stark gestiegene Nachfrage treiben die Preise nach oben. Zehn Eier aus Bodenhaltung kosteten im Januar bereits bis zu 2,49 Euro – ein deutlicher Sprung nach oben, zuvor waren es meist 1,99 Euro.
Vor allem Ostern gilt diesmal als Knackpunkt. „Rund um Ostern wird es sicher wieder eine traditionsgemäß erhöhte Eiernachfrage geben. Diesen erhöhten Bedarf wird der Lebensmitteleinzelhandel bestmöglich bedienen“, sagt Dr. Josef Goos, Leiter des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL). Er schätzt die Versorgung zu den Feiertagen grundsätzlich als gesichert ein.

Gleichzeitig warnt er jedoch vor erheblichen Marktproblemen: „Auf der einen Seite haben wir eine erneut gestiegene Nachfrage nach Eiern. Auf der anderen Seite sehen wir sinkende Tierbestände aufgrund von Geflügelkrankheiten sowie dem Abbau der Kleingruppenhaltung. Das macht die Lage auf dem Eiermarkt derzeit angespannt.“
So kommen wir durch die Eierkrise!
Kurios dabei: Während viele deutsche Supermärkte zeitweise leer gekauft sind, meldeten die Niederlande zwischenzeitlich sogar Überschüsse. Doch der Weg von dort in die deutschen Filialen ist aktuell ein Nadelöhr und bis Ostern bleibt der Markt nervös.
Immerhin beruhigt der Bundesverband Ei und rät klar von Hamsterkäufen ab: Rund 60 Millionen Eier kommen täglich neu auf den Markt, 45 Millionen aus deutscher Produktion und weitere 15 Millionen aus den Niederlanden. Für jeden würde es reichen, wenn alle normal einkaufen.

Die Niederlande helfen, den Mangel zu mildern. Doch die Kombination aus Vogelgrippe, schrumpfenden Beständen und Feiertagsnachfrage sorgt dafür, dass die Krise im Frühjahr 2026 spürbar bleibt – und die Preise wohl erst einmal hoch.
Gewusst? So viele Eier essen wir pro Kopf
Der Nahrungsverbrauch an Eiern ist laut der neuen Versorgungsbilanz des BZL im Jahr 2025 auf 21 Milliarden Eier angewachsen (2024: 20,7 Milliarden), inklusive verarbeiteter Eier.




