Er ist die wichtigste Sehenswürdigkeit in Chemnitz – der Stadt, die in der DDR den Namen Karl-Marx-Stadt trug. Doch nun geht es dem „Nischel“, der berühmten XXL-Büste von Karl Marx, an den Kragen. Laut Berichten steht eine OP bevor, beim Nischel soll die Schädeldecke geöffnet werden. Der Grund: Nach Jahren muss geprüft werden, wie verrostet das Innenleben des berühmten Kopfes ist.
OP am Nischel: Schädel von Karl Marx wird saniert
Über die Maßnahme berichtet unter anderem der MDR. Der berühmte XXL-Kopf von Karl Marx muss sich demnach schon bald einer Operation unterziehen. Denn im Herbst wird der „Nischel“, wie er liebevoll genannt wird, stolze 55 Jahre alt. Ein guter Anlass, um die wichtige Sehenswürdigkeit von Chemnitz einer ordentlichen Prüfung zu unterziehen.
Noch im Frühjahr soll die Schädeldecke des Kopfes abgenommen werden, damit man sich einen Überblick über das Innenleben verschaffen kann. Man vermutet, dass es im Inneren des Kopfes Roststellen geben wird, sagte Simone Becht vom Kulturmanagement Chemnitz. Auch das Gesicht soll wieder etwas gepflegt und auf Vordermann gebracht werden. Kosten für den riesigen Eingriff am Bronze-Nischel: 45.000 Euro.

Es wird Zeit: Seit mehr als 50 Jahren steht der Nischel auf seinem Sockel an der Brückenstraße 10 im Zentrum von Chemnitz. Der Kopf ist 7,1 Meter hoch, mit Sockel kommt das riesige Monument sogar auf eine Höhe von mehr als 13 Metern.
Die Plastik, die den Kopf des Philosophen, Ökonomen und Gesellschaftstheoretikers abbildet, wiegt etwa vierzig Tonnen und wurde im Jahr 1971 eingeweiht. Gegossen wurde es übrigens in Leningrad – dann wurde der Kopf in 95 Einzelteile zerlegt und ins damalige Karl-Marx-Stadt gebracht. Zur Einweihung kamen neben etwa 250.000 Schaulustigen auch DDR-Chef Erich Honecker und Robert-Jean Longuet, der Urenkel von Karl Marx.
Noch heute will jeder Tourist den Nischel sehen
Die Bezeichnung „Nischel“, gern versehen mit dem Artikel „dor“, also „dor Nischel“, kommt von der mitteldeutschen Bezeichnung für „Kopf“ oder „Schädel“. Das Areal, auf dem sich das Monument befindet, wird im Volksmund auch gern „Schädelstätte“ genannt. Für Chemnitz ist der Nischel eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Gegenüber dem MDR sagte eine Gästeführerin, noch heute wolle jeder den berühmtesten Kopf der Stadt sehen. Das Interesse sei riesig – und es sei gut, dass der Nischel jetzt saniert wird.


