Die nächste Hürde im Fall des toten Fabian aus Güstrow ist genommen: Nach dem Mord an dem acht Jahre alten Jungen im Oktober und der Festnahme der Tatverdächtigen im November kann nun der Prozess beginnen. Wie das zuständige Landgericht Rostock mitteilte, wurden die Termine für die Verhandlungen festgelegt. Schon jetzt dürfte klar sein, dass es der Prozess des Jahres wird. Das Gericht bereitet sich auf ein riesiges Interesse vor.
17 Verhandlungstage wurden im Fall Fabian angesetzt
Auf Nachfrage des KURIER hatte das Gericht bereits vor Wochen mitgeteilt, dass das Hauptverfahren im Fall Fabian bis Ende April eröffnet werden soll. Nun ist die Entscheidung gefallen.
„Das Landgericht Rostock hat am 14.04.2026 die Anklage der Staatsanwaltschaft Rostock vom 05.03.2026 wegen des Tatvorwurfs des Mordes gegen eine 30-Jährige aus dem Landkreis Güstrow zugelassen und das Hauptverfahren vor der Schwurgerichtskammer eröffnet“, teilt das Gericht mit. Der Prozess kann also beginnen – zeitgleich wurden die ersten Termine für die Verhandlungen angesetzt.
Am 28. April soll der Prozess des Jahres am Landgericht Rostock beginnen – insgesamt 16 weitere Verhandlungstermine wurden schon jetzt bestimmt. Nach dem 28. April wird am 30. April, am 5., 13., 21., 27. und 28. Mai, an acht Terminen im Juni und an zwei weiteren Terminen im Juli verhandelt.
„Der Angeklagten wird mit der nunmehr zugelassenen Anklage der Staatsanwaltschaft Rostock vorgeworfen, am 10.10.2025 heimtückisch und aus sonst niedrigen Beweggründen den zur Tatzeit 8-jährigen Fabian aus Güstrow getötet zu haben“, heißt es vom Gericht. Es wird allerdings erneut darauf hingewiesen, dass für Gina H., die Angeklagte im Verfahren, bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.

Ob sie etwas mit dem Mord an dem acht Jahre alten Fabian aus Güstrow zu tun hat? Die Wahrheit wird hoffentlich im Prozess ans Licht kommen. Bisher wirft die Staatsanwaltschaft der Frau vor, Fabian am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter in Güstrow gelockt zu haben. Sie soll mit ihm zu einem Feld bei Klein Upahl gefahren sein.
Dort sind die beiden laut Ermittlern zum Ufer eines Tümpels gelaufen. Hier soll die Verdächtige den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben. Anschließend, so die Staatsanwaltschaft, verbrannte sie seine Leiche mit Brandbeschleuniger.
Im Fall Fabian aus Güstrow werden etliche Zeugen gehört
Das ist zumindest die offizielle Version der Ermittler. Um die Wahrheit herauszufinden, sollen an den 17 Verhandlungsterminen etliche Zeugen gehört werden. „Wie viele Zeugen gehört werden, kann ich noch nicht konkret beantworten“, sagte eine Sprecherin des Landgerichtes auf eine Anfrage des Berliner KURIER. „Die Anklage benennt 64 Zeugen.“
Welche es sind, wird sich während der Verhandlung zeigen. Schon im Vorfeld hatten sich mehrere Menschen bei den Ermittlern gemeldet und auch Interviews in der Presse gegeben, in denen sie die Hauptverdächtige teils schwer belasteten.

Klar ist schon jetzt, dass der Prozess vermutlich das Gerichts-Event des Jahres wird. Es gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, das Gericht spricht von einem besonders großen öffentlichen Interesse. Weil auch damit gerechnet wird, dass der Medienandrang sehr groß wird, sollen die Plätze für Pressevertreter verlost werden.
Was geschah mit dem kleinen Fabian aus Güstrow?
Der kleine Fabian aus Güstrow war am 10. Oktober 2025 zunächst spurlos verschwunden. An jenem Freitag sollte er das Haus seiner Mutter nicht verlassen, weil er am Tag zuvor an Nasenbluten gelitten hatte, sich davon erholen sollte. Doch als seine Mama Dorina L. von der Arbeit kam, war Fabian nicht mehr da. Es folgte eine Suchaktion.
Vier Tage später wurde seine Leiche an dem besagten Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Anfang November gab es Durchsuchungen, nach denen die Verdächtige Gina H. – sie ist die Ex-Freundin von Fabians Vater – festgenommen wurde.


