Sommerurlaub 2026

Mega-Streit ums Lunchpaket am Strand in Italien

In Apulien tobt ein Sommer-Zoff ums mitgebrachte Essen. Manche Familien verstecken ihre Sandwiches sogar vor den Kontrolleuren.

Author - Tobias Esters
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 Ein Strand in Vieste, Apulien – dort tobt aktuell der Streit ums mitgebrachte Essen.
Ein Strand in Vieste, Apulien – dort tobt aktuell der Streit ums mitgebrachte Essen.Panthermedia/IMAGO

Ein Tag am Meer macht so richtig hungrig und in den Touristenhochburgen am Mittelmeer ist es oft ziemlich teuer, sich vor Ort zu verpflegen. Viele Badegäste bringen deshalb lieber ihr eigenes Essen mit. In der italienischen Region Apulien ist genau das jetzt zum Politikum geworden.

Warum Betreiber gegen mitgebrachtes Essen vorgehen

Mehrere Strandbetreiber entlang der Küste, vom Gargano bis zum Salento, wollen das Mitbringen von Speisen und Getränken unterbinden, wie unter anderem die Zeitung Corriere Della Sera berichtet. Der Tourismusverband Assoturismo argumentiert, das Mitbringen kompletter Mahlzeiten schade dem Image und verursache wirtschaftliche Nachteile für die Betriebe.

Nach Angaben des Verbands geht es dabei längst nicht mehr um ein einzelnes belegtes Brötchen: Oft würden ganze Mittagessen mit Pasta, Hauptgerichten, Obst, Desserts und Getränken mitgebracht, was Probleme bei Hygiene, Abfallentsorgung, Sauberkeit und der allgemeinen Organisation der Strandbäder verursache, teilte Assoturismo laut dem Portal Liberoquotidiano mit. Zusätzlich fürchten die Betreiber Umsatzeinbußen an den hauseigenen Kiosken und Restaurants.

Bar oder Pizzeria am Strand – wer dort einkauft statt Essen mitzubringen, zahlt oft deutlich mehr als zu Hause.
Bar oder Pizzeria am Strand – wer dort einkauft statt Essen mitzubringen, zahlt oft deutlich mehr als zu Hause.xMayajane69x/Imago

Rechtlich ist die Sache jedoch eindeutig: Ein Verbot, wie es einige Betreiber praktizieren, ist gar nicht zulässig. Die Konzession der Strandbäder betreffe ausschließlich Leistungen wie Liegen und Sonnenschirme, nicht aber die Gastronomie, erklärte Massimiliano Dona, Präsident des nationalen Verbraucherverbands Unione Nazionale Consumatori gegenüber dem Portal Open.

Ein Strandbad dürfe Gästen deshalb nicht vorschreiben, ausschließlich am hauseigenen Kiosk oder Restaurant zu essen. Die einzige tatsächliche Einschränkung: Seit 2019 ist in Apulien die Nutzung von Einwegplastik am Strand verboten, wer eigenes Essen mitbringt, darf also nur biologisch abbaubares Besteck und Geschirr verwenden.

Ein teurer Strandtag als Nährboden für den Streit

Der Streit trifft dabei einen wunden Punkt bei vielen Urlaubern: Die Kosten für Liegen und Sonnenschirme sind laut einer Analyse des Verbraucherverbands Adoc in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 25 Prozent gestiegen, in einzelnen Orten sogar um bis zu 50 Prozent. Ein einfaches belegtes Brötchen kostet an manchen Strandbars mittlerweile 5 bis 6 Euro.

Diese kuriosen Strandregeln gelten sonst noch in Italien

Wer in diesem Sommer nach Italien reist, sollte aber ohnehin noch ein paar weitere neue Regeln kennen: Im norditalienischen Eraclea nahe Venedig ist das Bauen von Sandburgen verboten – ebenso das Graben von Löchern, Ballspielen und das Sammeln von Muscheln, wie mehrere italienische Medien berichten. In San Teodoro auf Sardinien drohen für das Wegwerfen von Kaugummis Bußgelder zwischen 30 und 150 Euro.

An vielen Stränden gilt inzwischen außerdem eine Reservierungspflicht. Die Mitnahme von Sand, Muscheln und Steinen ist strengstens verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet, an vielen Küstenabschnitten gilt zudem ein generelles Rauchverbot.

Auch für Autofahrer gibt es eine Neuerung: Seit dem 1. Juni 2026 können Reisende bei Staus durch Baustellen einen Teil ihrer Mautgebühr zurückerhalten, wie der ADAC berichtet. Bei deutlicher Überschreitung der normalen Fahrzeit erstattet die Verkehrsbehörde in Rom demnach einen Teil oder sogar die gesamte gezahlte Summe zurück.

Apropos Auto: Wer in Italien den Arm beim Fahren aus dem Fenster hängen lässt, riskiert nach italienischem Verkehrsrecht ebenfalls ein Bußgeld – zwischen 42 und 173 Euro, in schweren Fällen bis zu 344 Euro.

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