Wismar

Mann ertrinkt bei Eisbad vor laufender Kamera

Der 40-Jährige wurde am Montagmorgen nach stundenlanger Suche leblos aus einem zugefrorenen Löschwasserteich geborgen.

Author - Tobias Esters
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Ein Handtuch des mutmaßlich verunglückten Eisbaders liegt an der Unfallstelle.
Ein Handtuch des mutmaßlich verunglückten Eisbaders liegt an der Unfallstelle.Philip Dulian/dpa

Es sollte vermutlich nur ein spektakuläres Video werden – doch es endete in einer Tragödie. Ein 40-Jähriger ist am Montagmorgen in einem zugefrorenen Teich in Wismar ertrunken.

Gespenstische Szene am Teich

Der Mann wollte offenbar den ultimativen Eisbad-Clip drehen.Wie bild.de berichtet sägte er zwei Löcher in die Eisdecke eines Löschwasserteiches im Stadtteil Wendorf. Sein Plan: In das eine Loch springen, unter der Eisschicht durchtauchen und aus dem anderen wieder auftauchen. Die Kamera auf dem Stativ war schon positioniert, das Handtuch lag bereit.

Gegen 8.30 Uhr morgens geht bei der Rettungsleitstelle der Notruf ein. Als Polizei, Berufsfeuerwehr Wismar, Freiwillige Feuerwehr und Rettungsdienst am Zierower Weg eintreffen, zeigt sich ein gespenstisches Bild. Das Kamera-Set steht noch da. Vor der Linse zwei Löcher im Eis. Vom Mann fehlt jede Spur.

Bei der Suche nach einem verunglückten Eisbader haben Einsatzkräfte in einem Teich die Leiche eines Mannes gefunden.
Bei der Suche nach einem verunglückten Eisbader haben Einsatzkräfte in einem Teich die Leiche eines Mannes gefunden.Philip Dulian/dpa

Sofort beginnt ein Großeinsatz. Feuerwehrleute sägen mit Kettensägen weitere Öffnungen in die Eisschicht und brechen die Eisfläche systematisch auf. Taucher der DLRG Zarrentin durchkämmen den Teich.

Vier Stunden dauert die verzweifelte Suche. Dann, gegen 12.45 Uhr, die traurige Gewissheit. Die Einsatzkräfte bergen den Mann nur noch leblos aus dem eiskalten Wasser. Ein Notarzt kann nur noch den Tod feststellen. Der Leichnam wird an ein Bestattungsunternehmen übergeben.

Polizei übernimmt Ermittlungen

Jessica Lerke, Sprecherin der Polizei Wismar, bestätigt gegenüber dem KURIER: Der Kriminaldauerdienst hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Eisbaden in zugefrorenen Seen ist extrem gefährlich und sollte niemals allein durchgeführt werden. Der Kälteschock kann zu Atemnot und Herzrhythmusstörungen führen. Unter einer Eisdecke droht zudem Orientierungsverlust – mit tödlichen Folgen.