Brutaler Angriff

Leipzig: Vier Mädchen überfallen Rentner (86) – um „einen Alten am Boden kriechen“ zu sehen

Ein 86-Jähriger hebt Geld ab, kurz darauf wird er Opfer einer brutalen Attacke. Die Begründung der Täterinnen schockiert.

Author - Stefan Doerr
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Nach dem Geldabheben wurde der Senior angegriffen.
Nach dem Geldabheben wurde der Senior angegriffen.Lobeca/imago

Es ist ein Fall, der selbst erfahrene Polizeibeamte fassungslos zurücklässt. Vier Mädchen überfallen einen 86-jährigen Mann in einer Leipziger Sparkassenfiliale. Nicht um ihn auszurauben, sondern um „einen Alten am Boden kriechen zu sehen“.

Kein Raub, unfassbares Motiv der Mädchen

Es geschah am späten Abend in der Sparkassen-Filiale im Leipziger Stadtteil Grünau. Ein 86 Jahre alter Mann hebt Geld ab. Als er das Gebäude in der Kiewer Straße verlässt, greifen ihn vier Mädchen von hinten an. Der Senior wird leicht verletzt.

Was den Fall so erschütternd macht, ist nicht nur die Tat, sondern das mutmaßliche Motiv. Denn nach Angaben der Polizei wollten die Mädchen den Rentner gar nicht berauben, wie die Leipziger Volkszeitung über den Fall berichtet. Gegenüber den Beamten hätten sie später offen eingeräumt, sie hätten „mal einen Alten am Boden kriechen sehen“ wollen. Statt Reue sollen sie mit der Attacke sogar geprahlt und sich darüber belustigt haben.

Immer wieder kommt es in Banken zu Überfällen.
Immer wieder kommt es in Banken zu Überfällen.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte den Vorfall, der sich bereits am 11. Juni ereignete. Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung. Drei der vier Mädchen sind unter 14 und waren im Leipziger Jugendnotdienst untergebracht.

In einem internen Polizeischreiben finden die Ermittler ungewöhnlich deutliche Worte. Dort heißt es: „Ein solches Maß an Verrohung ließ selbst uns erschrocken zurück. Es wird eingeschätzt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ein solches skrupelloses Agieren tödliche Verletzungen bei einem Opfer hervorrufen wird.“

Der Überfall zeige auch, dass „die bisherigen Bemühungen aller Behörden wirkungslos sind, wenn die Täterinnen keinerlei Scheu vor dem Staat zeigen und auch schwere Straftaten als selbstverständlich mitteilen (wohlwissend, dass ihnen gar nichts passiert)“.

Tatsächlich ist die juristische Lage kompliziert. Nur eine der vier Tatverdächtigen war zum Tatzeitpunkt bereits 14 Jahre alt und damit strafmündig. Gegen sie können Polizei und Staatsanwaltschaft strafrechtlich ermitteln. Die drei anderen Mädchen sind jünger als 14 Jahre. Sie können zwar vernommen werden, strafrechtliche Konsequenzen drohen ihnen jedoch nicht. Maßnahmen sind lediglich im Rahmen der Jugendhilfe möglich.

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