Schulverbot missachtet

Lehrer landet nach Gender-Zoff mit Schüler erneut im Knast

Der Lehrer weigerte sich, die neuen Pronomen eines Transgender-Schülers zu verwenden und missachtete ein Gerichtsurteil.

Author - Tobias Esters
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Enoch Burke nach seiner erneuten Festnahme in einem Polizeifahrzeug.
Enoch Burke nach seiner erneuten Festnahme in einem Polizeifahrzeug.@EnochBurke/X

Ein Streit um den Umgang mit einem Transgender-Schüler endet erneut hinter Gittern. In Irland ist der Lehrer Enoch Burke wieder ins Gefängnis gebracht worden, nachdem er trotz gerichtlichen Verbots erneut auf dem Gelände seiner früheren Schule erschienen war.

Pronomen-Streit endet vor Gericht

Burke war Lehrer an der Wilson’s Hospital School im irischen County Westmeath. Der Konflikt begann, als er sich aus religiösen Gründen weigerte, einen Transgender-Schüler mit neuen Pronomen anzusprechen. Die Schule suspendierte ihn zunächst, später wurde er entlassen.

Burke sieht sich bis heute als Opfer. Er sagt, seine religiösen Überzeugungen würden missachtet. Gerichte sahen das anders und untersagten ihm mehrfach, das Schulgelände zu betreten. Doch Burke hielt sich nicht daran.

Am Montag tauchte er erneut am Schultor auf. Ein Video zeigt, wie die Polizei ihn festnimmt und in einem Streifenwagen abführt. Das Video veröffentlichte Burke selbst im Internet. Er schrieb dazu, er sei verhaftet worden, weil er sich geweigert habe, eine Ideologie zu unterstützen, die Kindern aufgezwungen werde.

Nach eigenen Angaben saß Burke bereits mehr als 550 Tage im Gefängnis. Außerdem wurden gegen ihn Geldstrafen von über 225.000 Euro verhängt. Die Schule betont dagegen, Burke werde nicht wegen seiner religiösen Ansichten inhaftiert, sondern weil er wiederholt gegen Gerichtsbeschlüsse verstoßen habe und unerlaubt Privatgelände betrete.

Gerichtliches Verbot mehrfach missachtet

Erst wenige Tage zuvor war Burke aus dem Mountjoy-Gefängnis in Dublin entlassen worden, um sich auf eine Berufung gegen seine Kündigung vorzubereiten. Eine klare Auflage lautete, nicht zur Schule zurückzukehren. Trotzdem erschien er dort an mehreren Tagen hintereinander. Sicherheitskräfte hinderten ihn schließlich daran, das Gelände zu betreten.

Vor dem High Court in Dublin erklärte Burke, er habe größten Respekt vor dem Gericht und sei nicht im Unrecht. Richter Brian Cregan widersprach deutlich. Burke sei entlassen worden, die Schule sei nicht mehr sein Arbeitsplatz. Das Gericht ordnete daraufhin an, ihn umgehend erneut in Haft zu nehmen.

Trotz allem beharrt Burke weiter auf seiner Sicht. Noch vor wenigen Tagen sagte er Journalisten vor dem Schulgelände, er sei dort, um zu arbeiten. „Ich unterrichte hier“, erklärte er.

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