Sind Hamsterkäufe das Problem oder werden einfach zu wenige Eier geliefert? Seit Wochen schon werden die Regale immer leerer. Nun haben wir Ende März, Ostern rückt immer näher, und die Eierknappheit scheint sich einfach nicht zu bessern. Vor allem die günstigen Optionen, Eier aus Bodenhaltung und Freilandhaltung, sind im Supermarkt schnell vergriffen. Wenn man Glück hat, erwischt man noch ein paar Bioeier. Mit ein Grund dafür ist wohl die weitere Ausbreitung der sogenannten Newcastle-Krankheit.
Supermärkte haben Lieferschwierigkeiten mit Eiern
Es ist überall das Gleiche. Auch im Edeka auf dem Steglitzer Damm im Südwesten Berlins steht man aktuell vor leeren Regalen. Es hängt ein Kundenhinweis aus: „Aufgrund von Lieferschwierigkeiten sind unsere Eier nicht oder nicht in vollem Umfang verfügbar. Wir bitten um Entschuldigung.“
Die genannten Lieferschwierigkeiten hängen sicherlich mit der Geflügelerkrankung zusammen, die gerade wieder die Runde macht: der sogenannten Newcastle-Krankheit.
In Dahme-Spreewald und Oder-Spree sind in dieser Woche weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit festgestellt worden. Somit gibt es in Brandenburg aktuell 14 Ausbrüche, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt. Insgesamt seien aktuell rund 310.000 Tiere betroffen, die nach geltendem Recht getötet werden müssen.

1,36 Millionen Tiere mussten bereits getötet werden
In einem bereits betroffenen Betrieb in Bestensee (Dahme-Spreewald) sind weitere Fälle der Newcastle-Krankheit aufgetreten. Laut Ministerium sind nun alle sechs Stallanlagen mit jeweils rund 40.000 Tieren betroffen – sämtliche Tiere müssen getötet werden.
Zusätzlich wurden im Landkreis Dahme-Spreewald zwei Kleinstbetriebe von der Krankheit erfasst. Rund um die betroffenen Höfe gelten nun Schutz- und Überwachungszonen. Dort wurden strikte Stallpflicht sowie ein Verbringungsverbot für Vögel, Fleisch, Eier und Bruteier angeordnet.

Insgesamt wurden nach den Ausbrüchen in Bestensee und Zeesen 1,36 Millionen Tiere getötet, teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Der zuständige Veterinärdezernent Stefan Wichary sprach von einem „schweren und schmerzlichen Schritt“ und betonte die enormen wirtschaftlichen Belastungen für die betroffenen Betriebe.
Auch die Geflügelpest grassiert in Brandenburg
Auch im Landkreis Oder-Spree wurde am Donnerstag ein neuer Newcastle-Ausbruch gemeldet. Betroffen ist ein Masthähnchenbetrieb in Spreenhagen mit rund 70.000 Tieren. Auch dort gelten strenge Biosicherheitsmaßnahmen.
Zusätzlich ist die Geflügelpest (H5N1), nicht zu verwechseln mit der Newcastle-Krankheit, aktuell in der Hauptstadtregion hochaktiv. In Brandenburg wurden seit September 2025 bereits 18 Ausbrüche in Geflügelhaltungen verzeichnet, darunter ein großer Putenmastbetrieb. In Berlin wurden Anfang 2026 ebenfalls Infektionen bei Wildvögeln nachgewiesen. Das Infektionsrisiko bleibt hoch.
Ei-Experte warnt vor Knappheit zu Ostern
Die deutschen Legehennenhalter rechnen realistisch gesehen mit einer Knappheit an Eiern rund um Ostern. Denn die Produzenten können die Nachfrage nicht mehr decken, sagt der Vorsitzende des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, der Mitteldeutschen Zeitung. Bundesweit fehle von zehn gefragten Packungen etwa eine.

Grund seien vor allem die Newcastle-Krankheit sowie die Geflügelpest. „Es sind Einschläge, die in einem knappen Markt spürbar sind. Das wird sich an Ostern verschärfen“, so Goldnick.
Doch was können Verbraucher gegen die Knappheit tun? Zum einen wäre es ratsam, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Ansonsten muss man für die Osterkörbchen wohl einfach zur Alternative greifen: Schokoladeneier.


