Leere Regale

Eier im Supermarkt: Knappheit durch Newcastle-Krankheit vor Ostern

Rund um Ostern ist die Eiernachfrage so hoch wie nie. Ausgerechnet jetzt sorgt die Newcastle-Krankheit für anhaltende Lieferengpässe.

Author - Sharone Treskow
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Leere Eierregale im Edeka auf dem Steglitzer Damm, Berlin.
Leere Eierregale im Edeka auf dem Steglitzer Damm, Berlin.Sharone Treskow

Sind Hamsterkäufe das Problem oder werden einfach zu wenige Eier geliefert? Seit Wochen schon werden die Regale immer leerer. Nun haben wir Ende März, Ostern rückt immer näher, und die Eierknappheit scheint sich einfach nicht zu bessern. Vor allem die günstigen Optionen, Eier aus Bodenhaltung und Freilandhaltung, sind im Supermarkt schnell vergriffen. Wenn man Glück hat, erwischt man noch ein paar Bioeier. Mit ein Grund dafür ist wohl die weitere Ausbreitung der sogenannten Newcastle-Krankheit.

Supermärkte haben Lieferschwierigkeiten mit Eiern

Es ist überall das Gleiche. Auch im Edeka auf dem Steglitzer Damm im Südwesten Berlins steht man aktuell vor leeren Regalen. Es hängt ein Kundenhinweis aus: „Aufgrund von Lieferschwierigkeiten sind unsere Eier nicht oder nicht in vollem Umfang verfügbar. Wir bitten um Entschuldigung.

Die genannten Lieferschwierigkeiten hängen sicherlich mit der Geflügelerkrankung zusammen, die gerade wieder die Runde macht: der sogenannten Newcastle-Krankheit.

In Dahme-Spreewald und Oder-Spree sind in dieser Woche weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit festgestellt worden. Somit gibt es in Brandenburg aktuell 14 Ausbrüche, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt. Insgesamt seien aktuell rund 310.000 Tiere betroffen, die nach geltendem Recht getötet werden müssen.

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Joerg Boethling / Imago
Die Newcastle-Krankheit
Die Newcastle-Krankheit ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die primär Geflügel betrifft und oft schwere Atem‑, Nerven‑ oder Darmprobleme verursacht. Das Virus breitet sich leicht über Kot, Futter, Wasser oder direkten Kontakt aus. Für Menschen ist die Krankheit meist ungefährlich und führt höchstens zu milden Bindehautentzündungen.

1,36 Millionen Tiere mussten bereits getötet werden

In einem bereits betroffenen Betrieb in Bestensee (Dahme-Spreewald) sind weitere Fälle der Newcastle-Krankheit aufgetreten. Laut Ministerium sind nun alle sechs Stallanlagen mit jeweils rund 40.000 Tieren betroffen – sämtliche Tiere müssen getötet werden.

Zusätzlich wurden im Landkreis Dahme-Spreewald zwei Kleinstbetriebe von der Krankheit erfasst. Rund um die betroffenen Höfe gelten nun Schutz- und Überwachungszonen. Dort wurden strikte Stallpflicht sowie ein Verbringungsverbot für Vögel, Fleisch, Eier und Bruteier angeordnet.

Auch Hühner sind sehr anfällig für die Newcastle-Krankheit. Um die Ausbreitung zu stoppen, müssen in befallenen Geflügelbetrieben alle Tiere gekeult werden.
Auch Hühner sind sehr anfällig für die Newcastle-Krankheit. Um die Ausbreitung zu stoppen, müssen in befallenen Geflügelbetrieben alle Tiere gekeult werden.Petra Schneider-Schmelzer/Imago

Insgesamt wurden nach den Ausbrüchen in Bestensee und Zeesen 1,36 Millionen Tiere getötet, teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Der zuständige Veterinärdezernent Stefan Wichary sprach von einem „schweren und schmerzlichen Schritt“ und betonte die enormen wirtschaftlichen Belastungen für die betroffenen Betriebe.

Auch die Geflügelpest grassiert in Brandenburg

Auch im Landkreis Oder-Spree wurde am Donnerstag ein neuer Newcastle-Ausbruch gemeldet. Betroffen ist ein Masthähnchenbetrieb in Spreenhagen mit rund 70.000 Tieren. Auch dort gelten strenge Biosicherheitsmaßnahmen.

Zusätzlich ist die Geflügelpest (H5N1), nicht zu verwechseln mit der Newcastle-Krankheit, aktuell in der Hauptstadtregion hochaktiv. In Brandenburg wurden seit September 2025 bereits 18 Ausbrüche in Geflügelhaltungen verzeichnet, darunter ein großer Putenmastbetrieb. In Berlin wurden Anfang 2026 ebenfalls Infektionen bei Wildvögeln nachgewiesen. Das Infektionsrisiko bleibt hoch.

Ei-Experte warnt vor Knappheit zu Ostern

Die deutschen Legehennenhalter rechnen realistisch gesehen mit einer Knappheit an Eiern rund um Ostern. Denn die Produzenten können die Nachfrage nicht mehr decken, sagt der Vorsitzende des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, der Mitteldeutschen Zeitung. Bundesweit fehle von zehn gefragten Packungen etwa eine.

Ostereier könnten knapp werden, sagt ein Experte.
Ostereier könnten knapp werden, sagt ein Experte.Rüdiger Wölk/Imago

Grund seien vor allem die Newcastle-Krankheit sowie die Geflügelpest. „Es sind Einschläge, die in einem knappen Markt spürbar sind. Das wird sich an Ostern verschärfen“, so Goldnick.

Doch was können Verbraucher gegen die Knappheit tun? Zum einen wäre es ratsam, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Ansonsten muss man für die Osterkörbchen wohl einfach zur Alternative greifen: Schokoladeneier.

Ist Ihnen die Eierknappheit im Supermarkt auch schon aufgefalen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.