Sie ist seit mehreren Jahren tot – und kommt im Fernsehen und im Internet doch immer wieder zu zweifelhaftem Ruhm: Karin Ritter aus Köthen. Das Familienoberhaupt der umstrittenen Familie Ritter fiel mit Ausländerhass und rechter Hetze auf – und damit, dass ihre Söhne schon früh zu Gewalttätern wurden. Im Jahr 2021 starb sie an Krebs. Und erlebte ein schreckliches Ende voller Schmerzen.
Karin Ritter aus Köthen wollte das Rauchen nicht aufgeben
Ihr Leben lang war Karin Ritter aus Köthen starke Raucherin. Eine Angewohnheit, die sich im Alter bitter rächen sollte. Im Januar 2021 starb die als Nazi-Oma bekannte Frau aus Köthen, die das Familienoberhaupt der umstrittenen Familie Ritter war. Mutmaßlich an Lungenkrebs. Das legten die Interviews nahe, die die damals 66-Jährige in der letzten Zeit vor ihrem Tod gab. Sie hatte lange Probleme mit Husten, klagte über Schmerzen in der Lunge. Und wollte die Finger trotzdem nicht vom Glimmstängel lassen.
Seit 1994 begleiteten Reporter von „Stern TV“ die Familie, dokumentierten das Leben zwischen Verwahrlosung und Gewalt. Die Söhne waren in der gesamten Nachbarschaft gefürchtet: Norman wollte schon als kleiner Junge Skinhead werden, gemeinsam verwüsteten die Kinder die Wohnung einer Nachbarin und drohten, sie umzubringen. Und mittendrin: Mutter Karin Ritter, die selbst immer schimpfte und brüllte, sich lautstark über alles beschwerte, gegen Ausländer hetzte.

Doch dann wurde es stiller um Karin Ritter. Als das Kamerateam sie eines Tages besuchte, klagte sie, es gehe ihr „beschissen“. „Der Arzt hat gesagt, ich habe eine chronische Bronchitis, ich soll zum Lungenspezialisten, das wird Lungenkrebs“, berichtete sie. Sie habe geantwortet: Den habe ich schon. Seit wann? Das wusste sie nicht. „Ich soll aufhören zu rauchen.“ Doch das wollte sie nicht. Und was, wenn es wirklich Lungenkrebs sein sollte? „Da habe ich Pech, mache ich den Arsch hoch.“
Karin Ritter verweigerte den Besuch im Krankenhaus
Eine Behandlung im Krankenhaus lehnte sie ab. „Da habe ich meine Ruhe, brauche keine Wohnung suchen, brauche mich mit den Vollpfosten nicht mehr rumärgern“ – Karin Ritter meinte das in Bezug auf ihre Söhne, mit denen sie zu dem Zeitpunkt ein sehr schlechtes Verhältnis hatte. Später sagte sie, sie habe eine Lungenentzündung, sollte ins Krankenhaus gehen. Doch dort behandeln lassen wollte sie sich nie. Zu groß war die Angst, nicht nach Hause zurückzukehren.

Der Lungenkrebs war nicht das einzige gesundheitliche Problem, unter dem Karin Ritter aus Köthen litt. Sie soll laut eigener Aussage auch mehrere Schlaganfälle erlitten haben. „Ich wollte die Nacht auf Toilette, da bin ich auf einmal draußen in der Küche umgefallen. Vier, fünf Stunden habe ich da gelegen“, erzählte sie den Reportern kurz vor ihrem Tod.
Der Notarzt kam, doch Karin Ritter ließ sich nicht in die Klinik bringen. „Ich habe gesagt: Sterben kann ich zu Hause, da brauche ich nicht ins Krankenhaus gehen.“ Auch eine Freundin, die lange Kontakt mit Karin Ritter hatte, berichtete, wie hartnäckig das Familienoberhaupt der Familie Ritter war. „Sie hat keinen Appetit mehr gehabt und der Arzt hat öfter zu ihr gesagt, sie soll ins Krankenhaus, sie hätte Krebs.“
Gesundheit von Karin Ritter verschlechterte sich
Ende 2020 spitzte sich die gesundheitliche Situation von Karin Ritter aus Köthen zu. Sie konnte nach dem Schlaganfall schwerer laufen, klagte über ein taubes Bein, ging am Rollator. Im Oktober dann die Schmerzen in der Lunge.
Wieder rieten ihr die Ärzte, endlich das Rauchen aufzugeben. „Aber wenn ich nachher unter der Erde liege, kriege ich keine Zigaretten mehr“, sagte sie. „Also muss ich weiterrauchen.“ Kurze Zeit später ein weiterer mutmaßlicher Schlaganfall. Karin Ritter klappte zusammen, musste dieses Mal ins Krankenhaus.
Zuletzt habe sie das Essen eingestellt, das Trinken eingestellt – und nicht eine Zigarette geraucht, berichtet Andy Ritter, einer ihrer Söhne. Daran habe man sehen können, wie schlecht es ihr ging. Am 30. Januar 2021 starb sie an den Folgen ihrer Erkrankungen. Die genaue Todesursache von Karin Ritter wurde allerdings nicht bekannt gemacht.



