Die Lage am Persischen Golf spitzt sich erneut zu. Und diesmal geriet sogar ein deutsches Kreuzfahrtschiff ins Visier. Mehrere Schiffe meldeten Angriffe, darunter auch die „Mein Schiff 4“ von TUI Cruises.
„Wir werden schießen und euch zerstören“
Nach Informationen der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) hatte zunächst der Kapitän eines Tankers einen Angriff durch zwei iranische Patrouillenboote gemeldet, rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman. Ohne jede Vorwarnung hätten die Boote „auf den Tanker geschossen“, teilte die Behörde mit. Der unter indischer Flagge fahrender Tanker „Sanmar Herald“ selbst und seine Besatzung blieben unverletzt.
Doch damit nicht genug: Auch das TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“, das ohne Passagiere unterwegs war, wurde massiv bedroht. Laut Kapitän funkten die iranischen Revolutionsgarden: „Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören.“

Einschläge in der Nähe des TUI-Schiffes
Nur kurze Zeit später wurde ein Einschlag in unmittelbarer Nähe des Kreuzfahrtschiffs registriert. Schäden am Schiff wurden jedoch nicht gemeldet, der Zwischenfall ging glimpflich aus. Bei einem weiteren Vorfall meldete ein Containerschiff, von einem „unbekannten Projektil“ getroffen worden zu sein.
Erst am Freitag hatte Teheran angekündigt, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Nur einen Tag später machte die iranische Armeeführung diese Entscheidung jedoch wieder rückgängig. Staatsmedien zufolge begründet der Iran den Schritt mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Der Krieg hat massive wirtschaftliche Folgen.

Kreuzfahrtschiffe saßen wochenlang fest
Für mehrere Kreuzfahrtschiffe hatte die Lage zuletzt erhebliche Folgen. Während die „Mein Schiff 4“ in Abu Dhabi festsaß, wartete die „Mein Schiff 5“ in Doha. Die „MSC Euribia“ lag in Dubai fest. Die Passagiere waren zuvor bereits von Bord gebracht worden, nur kleine Besatzungen blieben auf den Schiffen zurück.
TUI teilte am Abend in Hamburg mit, dass beide Schiffe inzwischen Kurs auf das Mittelmeer genommen hätten. Genauere Angaben zu Routen und Zeitplänen sollen folgen, sobald eine sichere Planung möglich ist.
Die Reederei MSC erklärte zudem, dass ihre „MSC Euribia“ inzwischen Richtung Nordeuropa unterwegs sei. Die nächste Reise ab Kiel am 16. Mai solle nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden.
