Neue Staffel

Hinter den Kulissen der heißen Szenen von „Bridgerton“

Auf dem Bildschirm knistert's bei „Bridgerton“ gewaltig. Doch hinter den heißen Erotik-Szenen steckt eine ganze Film-Crew, Tricks und witzige Requisiten.

Author - Jana Hollstein
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Anthony Bridgerton (Jonathan Bailey) in der zweiten Staffel „Bridgerton“.
Anthony Bridgerton (Jonathan Bailey) in der zweiten Staffel „Bridgerton“.Landmark Media/imago

Die neue Staffel „Bridgerton“ heizt uns ganz schön ein. Sieht man die Sex-Szenen, haben nicht wenige Menschen oft das Gefühl, Zeuge einer wirklich intimen Szene zu sein. Aber geht es beim Dreh wirklich so leidenschaftlich zu, wie es auf dem Bildschirm wirkt? Und wie schaffen es die Schauspieler es bei den erotisch sprühenden Funken, sich nicht zu verlieben?

Wenn es um Sex-Szenen in Serien und Filmen geht, sind die Zuschauer meistens einer Illusion des Regisseurs aufgesessen – vor allem, wenn es um aktuellere Streifen geht. Da wird nämlich schon mal tief in die Trick-Kiste gegriffen. Wussten Sie zum Beispiel, dass bei Lars von Triers Film „Nymphomaniac“ ein Schauspieler nur so getan hatte, als hätte er Sex – und die Aufnahme dann zusammengeschnitten wurde mit einem Körper-Double, das echten Sex hatte?

Für die meisten Sex-Szenen sind Intimitätskoordinatoren Pflicht

Die meisten Filme und Serien (außer vielleicht in Frankreich) unterliegen immer mehr Auflagen. Zu häufig haben sich Schauspieler bei Sex-Szenen nicht wohlgefühlt, dass es inzwischen den Beruf des „Intimitätskoordinators“ gibt.

Benedict Bridgerton (M., Luke Thompson) ist berüchtigt für seine heißen „Bridgerton“-Szenen.
Benedict Bridgerton (M., Luke Thompson) ist berüchtigt für seine heißen „Bridgerton“-Szenen.Landmark Media/imago

Als 2017 mit der #MeToo-Bewegung immer mehr Fehlverhalten an Sets an die Öffentlichkeit kam, diskutierte man gleich darüber, wie man das in Zukunft verhindern könnte. Der US-amerikanische Sender HBO (der unter anderem „House of the Dragon“ und „The Last of Us“ produziert) verlangt seit 2018, dass am Set immer ein Intimitätskoordinator ist – der Rest Hollywood hat es ihnen inzwischen größtenteils nachgemacht.

Der Job des Intimitätskoordinators ist, sicherzugehen, dass sich Schauspieler, die Sex-Szenen drehen, möglichst wohlfühlen. Laut Hollywoods Schauspieler-Gewerkschaft SAG, beginnt das damit, schon im Vorhinein mit allen Beteiligten zu besprechen, was genau in der Szene passiert, wie nackt die Schauspieler sein sollen, und welche Bedürfnisse die Schauspieler haben.

Bei Sex-Szenen kommen Bälle, Kissen und Socken zum Einsatz

Am einfachsten ist es dabei, die gesamte Szene schon im Vorhinein zu proben – viele Schauspieler bezeichnen das wie einen Tanz, bei dem man die Schritte lernt. Improvisiert wird manchmal natürlich trotzdem. Dann ist es die Rolle eines Intimitätskoordinators, durchgehend Rücksprache mit den Schauspielern zu halten, um sicherzugehen, dass es ihnen damit gut geht.

Jonathan Bailey und Simone Ashley in der zweiten Staffel „Bridgerton“. Wenn man weiß, dass zwischen den beiden ein Netball liegt, wirkt die Szene nicht mehr ganz so erotisch.
Jonathan Bailey und Simone Ashley in der zweiten Staffel „Bridgerton“. Wenn man weiß, dass zwischen den beiden ein Netball liegt, wirkt die Szene nicht mehr ganz so erotisch.Landmark Media/imago

Oft arbeiten Intimitätskoordinatoren auch mit Requisiten. Dazu gehört zum Beispiel ein trägerloser String, der wie ein Dreieck auf dem Intimbereich liegt. Manchmal werden auch Kissen, Stressbälle oder andere Bedeckungen genutzt, wie eine hautfarbene Socke über Penis und Hoden. „Bridgertons“ Initimitätskoordinatorin Elizabeth Talbot nutzt einen Netball (ähnlich wie ein Basketball), aus dem die Luft rausgelassen wurde.

Kamera und Schnitt tricksen bei Sex-Szenen mit

Sind alle Schauspieler erstmal so vorbereitet und geschützt, tut die Kamera-Crew, und später der Schnitt, ihr übriges, um dem Zuschauer eine Intensität, Erregung und Nähe vorzutäuschen, die bei den Schauspielern selbst nicht unbedingt da war. Und natürlich spielen auch wir als Zuschauer eine Rolle: denn so seltsam und unsexy es ist, wenn zwei Menschen vor laufender Kamera, versammelter Crew und mit Plastik-Requisiten im Schritt so tun müssen, als würden sie Sex haben – am Ende wollen wir doch glauben, dass diese zwei Menschen das alles zutiefst erotisch finden.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Gucken Sie gerne „Bridgerton“? Und halten Sie Sex-Szenen in Filmen und Serien für realistisch? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com