Die neue Staffel „Bridgerton“ heizt uns ganz schön ein. Sieht man die Sex-Szenen, haben nicht wenige Menschen oft das Gefühl, Zeuge einer wirklich intimen Szene zu sein. Aber geht es beim Dreh wirklich so leidenschaftlich zu, wie es auf dem Bildschirm wirkt? Und wie schaffen es die Schauspieler es bei den erotisch sprühenden Funken, sich nicht zu verlieben?
Wenn es um Sex-Szenen in Serien und Filmen geht, sind die Zuschauer meistens einer Illusion des Regisseurs aufgesessen – vor allem, wenn es um aktuellere Streifen geht. Da wird nämlich schon mal tief in die Trick-Kiste gegriffen. Wussten Sie zum Beispiel, dass bei Lars von Triers Film „Nymphomaniac“ ein Schauspieler nur so getan hatte, als hätte er Sex – und die Aufnahme dann zusammengeschnitten wurde mit einem Körper-Double, das echten Sex hatte?
Für die meisten Sex-Szenen sind Intimitätskoordinatoren Pflicht
Die meisten Filme und Serien (außer vielleicht in Frankreich) unterliegen immer mehr Auflagen. Zu häufig haben sich Schauspieler bei Sex-Szenen nicht wohlgefühlt, dass es inzwischen den Beruf des „Intimitätskoordinators“ gibt.

Als 2017 mit der #MeToo-Bewegung immer mehr Fehlverhalten an Sets an die Öffentlichkeit kam, diskutierte man gleich darüber, wie man das in Zukunft verhindern könnte. Der US-amerikanische Sender HBO (der unter anderem „House of the Dragon“ und „The Last of Us“ produziert) verlangt seit 2018, dass am Set immer ein Intimitätskoordinator ist – der Rest Hollywood hat es ihnen inzwischen größtenteils nachgemacht.
Der Job des Intimitätskoordinators ist, sicherzugehen, dass sich Schauspieler, die Sex-Szenen drehen, möglichst wohlfühlen. Laut Hollywoods Schauspieler-Gewerkschaft SAG, beginnt das damit, schon im Vorhinein mit allen Beteiligten zu besprechen, was genau in der Szene passiert, wie nackt die Schauspieler sein sollen, und welche Bedürfnisse die Schauspieler haben.
Bei Sex-Szenen kommen Bälle, Kissen und Socken zum Einsatz
Am einfachsten ist es dabei, die gesamte Szene schon im Vorhinein zu proben – viele Schauspieler bezeichnen das wie einen Tanz, bei dem man die Schritte lernt. Improvisiert wird manchmal natürlich trotzdem. Dann ist es die Rolle eines Intimitätskoordinators, durchgehend Rücksprache mit den Schauspielern zu halten, um sicherzugehen, dass es ihnen damit gut geht.

Oft arbeiten Intimitätskoordinatoren auch mit Requisiten. Dazu gehört zum Beispiel ein trägerloser String, der wie ein Dreieck auf dem Intimbereich liegt. Manchmal werden auch Kissen, Stressbälle oder andere Bedeckungen genutzt, wie eine hautfarbene Socke über Penis und Hoden. „Bridgertons“ Initimitätskoordinatorin Elizabeth Talbot nutzt einen Netball (ähnlich wie ein Basketball), aus dem die Luft rausgelassen wurde.


