Der erste Schnee des Jahres hat deutschlandweit schon vier Tote gefordert, auch in Berlin herrschte schon Schnee-Chaos und Glättegefahr. Der neue Tüv-Report zeigt allerdings, dass die Gefahr nicht nur auf der Straße liegt – auch unsere Autos sind so unsicher wie nie. Mehr als jedes fünfte Auto ist zuletzt wegen erheblicher oder sogar gefährlicher Mängel bei der Hauptuntersuchung durchgefallen.
Bei erheblichen Mängeln muss der Schaden innerhalb von vier Wochen repariert werden, bei gefährlichen unverzüglich. Dann ist nur noch die Fahrt in die Werkstatt erlaubt – die aber natürlich momentan auch auf glatten Straßen passieren kann. Die Quote der Fahrzeuge, die erneut vorgeführt werden mussten, lag mit 21,5 Prozent so hoch wie zuletzt im Jahr 2020, wie der Tüv-Verband mitteilte.
Tüv-Report: Auch gefährliche Mängel bei E-Autos
Immer häufiger landen auch E-Autos bei der Hauptuntersuchung. 18 Modelle sind in diesem Jahr in der Tüv-Statistik vertreten. Je nach Fahrzeugtyp schnitten sie demnach dem Verband zufolge sehr unterschiedlich ab. Auffällig seien jedoch bestimmte antriebstypische Mängel, etwa dass die Achsaufhängungen unter dem hohen Gewicht der Batterie litten. Auch würden die Bremsen aufgrund eines Mechanismus zur Rückgewinnung von Energie seltener genutzt. Das könne zu Mängeln an den Bremsscheiben führen und es bestehe die Gefahr, dass die Bremswirkung nachlasse, hieß es.
Einwandfrei sind demnach nur 66,1 Prozent, rund zwei Drittel der untersuchten Fahrzeuge. Seit 2022 geht diese Quote immer mehr zurück, unsere Autos werden schlechter. „Der Trend bei der technischen Fahrzeugsicherheit ist eindeutig negativ“, teilte Verbands-Geschäftsführer Joachim Bühler mit.

Alte Fahrzeuge machen Deutschlands Straßen unsicher
Der Grund für diesen gefährlichen Trend? Unsere Autos werden immer älter. Das Durchschnittsalter des Pkw-Bestands in Deutschland hat sich seit dem Jahr 2000 Daten des Kraftfahrt-Bundesamts zufolge von damals 6,9 Jahre auf zuletzt 10,6 Jahre immer weiter erhöht. Mehr als jedes vierte Auto in Deutschland ist älter als 15 Jahre. „In der Gesamtschau macht die Alterung des Fahrzeugbestands technische Fortschritte bei der Sicherheit zunichte“, betonte Bühler.


