Zum erfolgreichen Aufklären eines Mordes ist eine Sache besonders wichtig: eine Mordwaffe. Das gilt auch im Fall Fabian aus Güstrow. Doch seit Monaten gibt es Probleme: Zwar konnten die Ermittler aufgrund der Verletzungen an Fabians Leichnam herausfinden, dass der Junge mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet wurde, doch die Waffe wurde noch immer nicht gefunden. Doch es gibt einen heißen Verdacht: Handelt es sich um ein Messer, das Olaf K. gehörte, einem Nachbarn von Gina H.? Bilder einer Überwachungskamera geben nun neue Rätsel auf.
Fabian aus Güstrow wurde mit einem Messer getötet
Der kleine Fabian aus Güstrow wurde mit einem Messer getötet – doch mit welchem? Seit dem Fund der Leiche des Jungen am 14. Oktober 2025 fehlt von der Tatwaffe jede Spur. Der Tümpel, an dem der Leichnam von Fabian aus Güstrow gefunden wurde, wurde abgepumpt, Polizisten suchten den Grund des kleinen Gewässers mit Metalldetektoren ab. Monate nach dem Leichenfund, Anfang Dezember, eine neue Untersuchung: Akribisch durchkämmte die Polizei den Wald in der Nähe des Tatortes. Fotos zeigen, wie Beamte die Büsche durchsuchten.
Doch das Messer blieb verschwunden. Spannend aber: Befand sich das Messer womöglich die ganze Zeit in Reimershagen, ganz in der Nähe des Grundstücks von Gina H.? Im Prozess ging es bereits um den Verdacht, dass ein Messer aus dem Besitz von Olaf K. die Tatwaffe sein könnte. K. war ein Nachbar der Angeklagten Gina H.. Und zugleich einer der Bekannten, die die 30-Jährige schon am Abend vor dem offiziellen Fund der Leiche zu Fabians sterblichen Überresten führte.

Schon in der Vernehmung von Olaf K. vor Wochen kam das Messer als Thema auf den Tisch. In seiner Garage befand sich ein Campingmesser mit einem roten Griff, das zwischendurch plötzlich aus heiterem Himmel verschwand. In seiner Aussage schilderte Olaf K., dass Gina H. ihm sogar bei der Suche half. Er habe sich Sorgen gemacht, weil das Messer verschwunden war. Er und Gina H. hätten sogar einen Pappkarton mit Werkzeug durchgesehen, doch da sei nichts gewesen.
Fall Fabian: Plötzlich war das Messer wieder da
Olaf K. informierte laut seiner Aussage die Polizei. Doch dann habe das Messer plötzlich in dem Karton gelegen, den die beiden schon untersucht hatten. Und das, obwohl er das Messer dort nie aufbewahrte. Olaf K. brachte es daraufhin zur Polizei. Die Klinge wurde untersucht, allerdings konnten an dem Messer keinerlei Spuren gefunden werden. Interessanterweise auch keine Spuren von Olaf K. – obwohl das Messer ihm gehörte.

Ein Ermittler, der im Prozess aussagte, schlussfolgerte daraus, dass das Messer als Tatwaffe infrage kommen könnte. Wurde es also benutzt, um Fabian zu töten und danach gründlich gereinigt? Spannend ist auch ein Telefonat zwischen Olaf K. und Gina H., das dokumentiert wurde. Darin ging es auch um das Messer. Doch an der Nachricht, dass es wieder aufgetaucht sei, habe Gina H. keinerlei Interesse gezeigt.
Was machte Gina H. im Schuppen von Olaf K.?
Nun geht die Geschichte des merkwürdigen Campingmessers weiter: Am vergangenen Verhandlungstag sagte eine Polizeibeamtin aus und beleuchtete die Tatsache, dass Gina H. sich auf dem Grundstück von Olaf K. frei bewegen konnte. Aufnahmen einer Überwachungskamera, die ausgewertet wurden, hätten beispielsweise gezeigt, wie die 30-Jährige allein das Haus betrat, mit einem Kaffee und einer Banane wieder herauskam.
Andere Aufnahmen zeigten, dass Gina H. auch im Schuppen von Olaf K. werkelte. „Sie ist hinten in den Schuppen gegangen, der war scheinbar nicht verschlossen oder sie hatte einen Schlüssel. Sie hat sich dort Gegenstände herausgenommen, Werkzeuge“, sagte die Polizeibeamtin.
So zeigen Videoaufnahmen, wie sie am 23. Oktober mit einer kleinen Kiste in der Hand in die Werkstatt ging. Was sie dort machte, ist auf den Aufnahmen aber nicht zu sehen. Auch am Abend sei sie noch einmal in dem Schuppen gewesen. Die Polizeibeamtin war sich auch sicher, dass Gina H. wusste, wo sich die Überwachungskamera befand. „Sie hat mehrfach reingewunken oder gelächelt“, sagte die Polizistin.


