Jeder Prozesstag im Mordfall Fabian aus Güstrow bringt weitere Details ans Licht – und neue Informationen, die die Angeklagte Gina H. in Bedrängnis bringen. Bei der Verhandlung am Dienstag ging es nun auch um Turnschuhe, die die 30-Jährige ein weiteres Mal in Bedrängnis bringen könnten. Es geht um die Schuhe, die die Tatverdächtige im Fall Fabian trug, als sie einen Bekannten zur Leiche des Jungen führte. Und vor allem um das, was sie im Anschluss mit den Schuhen machte.
Gina H. führte zwei Bekannte in einer Nacht zur Leiche
Am Dienstag sagte im Prozess um den Mord an Fabian ein neuer Zeuge aus: Olaf K., der von Gina H. schon vor dem Fund von Fabians Leiche zum Tatort geführt wurde. Am 13. Oktober 2025 rief sie ihn an und berichtete ihm, dass sie mit einem anderen Bekannten an dem Tümpel bei Klein Upahl war – und dass sie dort Fabians Leiche gefunden hätten.
Allerdings sei sich Gina H. nicht ganz sicher gewesen und habe noch einmal nachschauen wollen. Im Auto lotste sie Olaf K. zum besagten Tümpel und führte ihn dort zum Körper des kleinen Fabian.
Danach riefen sie nicht die Polizei, sondern fuhren wieder nach Hause. Am darauffolgenden Tag alarmierte Gina H. zusammen mit einer Bekannten die Polizei, führte mehrere Beamte zu der Stelle. Brisant ist allerdings das, was am nächsten Tag passierte: Wie jetzt vor Gericht herauskam, soll die Angeklagte ihrem Bekannten Olaf K. ihre weißen Turnschuhe gebracht haben – jene, die sie am Abend des Ausflugs an den Todes-Tümpel trug.

„Sie brachte mittags ihre Schuhe, ein paar weiße Turnschuhe, die sie an dem Abend anhatte“, sagte er vor Gericht. Doch damit nicht genug. „Ein paar Tage später kam sie mit einer Tüte Schuhe zu mir, alles weiße Turnschuhe.“ Der Richter zeigte im Prozess auch mehrere durchsichtige Plastiktüten, in denen sich die Turnschuhe befanden. Warum brachte Gina H. die Schuhe zu ihrem Bekannten? „Ich sollte die beiseitelegen, damit sie bei ihr nicht gefunden werden“, sagt Olaf K.
Bekannter sollte Schuhe von Gina H. beiseite legen
Er sei ihr bester Freund gewesen, sagt K. „Ich habe die bei mir in der Garage ins Regal gestellt und da blieben sie stehen. Dann kam sie zwei Tage später mit einem großen Beutel mit noch mehr Schuhen. Die sollte ich auch beiseite tun.“ Hinterfragt habe er all das nicht – er habe es einfach gemacht. Auffällig dabei: Die Schuhe seien sauber gemacht worden, sagte er jetzt bei der Vernehmung.
Bei der Befragung durch die Anwälte fragte Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., dann noch einmal nach dem Zustand der Schuhe. Und erinnerte daran, dass Olaf K. in der ersten Vernehmung angegeben hatte, die Turnschuhe seien nass gewesen.

Olaf K. behielt die Schuhe nicht ewig. Im Gegenteil: Schon einen Tag später meldete er sich bei Gina H. und bat sie, die Turnschuhe wieder zu sich zu nehmen. „Ich hab ihr am Tag danach gesagt, sie soll ihren Scheiß wieder abholen. Die ganze Sache wurde mir zu heiß.“ Von seinem Rückzieher sei die 30-Jährige alles andere als begeistert gewesen. Denn auch eine andere Sache wird bei den Verhandlungen deutlich: Gina H. schien Angst zu haben, dass die Polizei etwas bei ihr finden könnte.
Hatte Gina H. Angst, dass Spuren gefunden werden?
So berichtete sie in einem Telefonat mit Olaf K. über ein Gespräch, das sie mit einem anderen Bekannten hatte. „Ich habe ihm gesagt, dass mir der Arsch auf Grundeis geht wegen meines Autos. Aber er meinte, wenn ich ordentlich gereinigt habe, dann finden die da eh keine Spuren.“ Auch Wildkameras machten der Angeklagten im Fall Fabian aus Güstrow offenbar Sorgen. So fürchtete sie offenbar, dass es Kameras geben könnte, die sie und ihr Auto gefilmt haben könnten.


