Er wurde bereits im November verurteilt – doch nun zeigt sich: Der Fall des Todespflegers Ulrich S. aus Aachen ist offenbar viel, viel schlimmer als zunächst angenommen. Er soll noch mehr Menschen umgebracht haben: Laut Staatsanwaltschaft könnte der 44-Jährige für mehr als 100 Tote verantwortlich sein.
Todespfleger wurde wegen zehnfachen Mordes verurteilt
Nach der Verurteilung im vergangenen Jahr meldet sich im Fall des Todespflegers Ulrich S. jetzt plötzlich die Staatsanwaltschaft zu Wort. Der Grund: Es gebe eine entsprechend hohe Zahl an weiteren „Verdachtsfällen“, sagte die Aachener Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts. Der schreckliche Verdacht: Der ehemalige Pfleger soll für mehr als 100 Tote verantwortlich sein.
Im Verfahren im November ging es „nur“ um zehnfachen Mord und versuchten Mord in 27 Fällen. Ulrich S. soll den Patienten auf einer Palliativstation eines Krankenhauses in Würselen bei Aachen tödliche Injektionen verabreicht haben, davon ist das Gericht überzeugt. Die Morde ereigneten sich demnach zwischen Dezember 2023 und Mai 2024. Er wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Besonders schrecklich: Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ während des Prozesses im vergangenen Jahr aus Ermittlungsakten berichtete, soll der 44-jährige Krankenpfleger in einem abgehörten Telefonat bekundet haben, dass ihm das Schicksal der Patienten gleich sei. Für seine Arbeit hätte er ein Bundesverdienstkreuz verdient, sagte er. Es soll laut Bericht zugegeben haben, die Spritzen selbst verabreicht zu haben, und zwar ohne die nötige ärztliche Anordnung. Berichtet wurde auch, der Mann habe während der Nachtschicht seine Ruhe haben wollen.


