Ein Haus, ein Baum, zwei Gartenstühle – mehr passt nicht drauf. Mitten im St.-Lorenz-Strom im US-Bundesstaat New York liegt „Just Room Enough Island“, offiziell die kleinste bewohnte Insel der Welt. Gerade einmal 310 Quadratmeter misst das Eiland – das entspricht in etwa zwei Volleyballfeldern. Und trotzdem wurde hier gebaut, gewohnt und Geschichte geschrieben.
Leben auf 310 Quadratmetern
Die winzige Insel, die auch „Hub Island“ genannt wird, ragt nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche. In den 1950er-Jahren kaufte die wohlhabende Familie Sizeland das Felsenstück und errichtete dort ein Ferienhaus. Viel Platz für Gartenpartys blieb danach nicht mehr. Vor dem Haus stehen bis heute zwei Stühle, daneben wächst ein einzelner Baum schräg in den Wind. Mehr Raum gibt es schlicht nicht.

Den Titel „kleinste bewohnte Insel“ erhielt das Eiland vom Guinness-Buch der Rekorde. Maßgeblich ist dabei nicht nur die Fläche, sondern auch, dass die Insel dauerhaft als bewohnbar gilt und ein festes Gebäude trägt. Mit 310 Quadratmetern unterbietet „Just Room Enough Island“ andere Mini-Inseln deutlich.
Zuvor hielt „Bishop Rock“ vor den britischen Scilly-Inseln lange den Rekord. Dort lebte einst ein Leuchtturmwärter mit seiner Familie. Als der Leuchtturm 1982 automatisiert wurde und die Familie auszog, verlor der Felsen seinen Status als bewohnte Insel.
Traumlage mit Tücken
So idyllisch die Fotos wirken, das Leben auf einer derart kleinen Insel bringt Herausforderungen mit sich. Hochwasser, Stürme oder steigende Pegelstände können schnell zur Gefahr werden. Auch Versorgung, Abwasser und Strom müssen individuell gelöst werden. Dauerhaft bewohnt ist die Insel heute nicht mehr. Heute ist die Mini-Insel vor allem ein beliebtes Fotomotiv für Bootsreisende im St.-Lorenz-Strom.

Oft sind es wohlhabende Familien oder Investoren, die sich kleine Privatinseln leisten. In Nordamerika ist der Besitz solcher Inseln grundsätzlich möglich, sofern Grundstücks- und Umweltauflagen eingehalten werden. Doch „Just Room Enough Island“ zeigt: Manchmal geht es weniger um Luxus – sondern um ein außergewöhnliches Stück Privatheit.

