Just Room Enough Island

Nur ein Haus und viel Wasser: Die seltsamste Insel der Welt!

Gerade einmal zwei Volleyballfelder groß ragt das Mini-Eiland aus dem Wasser – und hält damit einen kuriosen Weltrekord.

Author - Tobias Esters
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Mehr als ein Haus passt kaum auf den Felsen – rundherum nichts als Wasser.
Mehr als ein Haus passt kaum auf den Felsen – rundherum nichts als Wasser.Depositphotos/IMAGO

Ein Haus, ein Baum, zwei Gartenstühle – mehr passt nicht drauf. Mitten im St.-Lorenz-Strom im US-Bundesstaat New York liegt „Just Room Enough Island“, offiziell die kleinste bewohnte Insel der Welt. Gerade einmal 310 Quadratmeter misst das Eiland – das entspricht in etwa zwei Volleyballfeldern. Und trotzdem wurde hier gebaut, gewohnt und Geschichte geschrieben.

Leben auf 310 Quadratmetern

Die winzige Insel, die auch „Hub Island“ genannt wird, ragt nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche. In den 1950er-Jahren kaufte die wohlhabende Familie Sizeland das Felsenstück und errichtete dort ein Ferienhaus. Viel Platz für Gartenpartys blieb danach nicht mehr. Vor dem Haus stehen bis heute zwei Stühle, daneben wächst ein einzelner Baum schräg in den Wind. Mehr Raum gibt es schlicht nicht.

Winzig und doch weltberühmt: „Just Room Enough Island“ gilt mit nur 310 Quadratmetern als kleinste bewohnte Insel der Welt.
Winzig und doch weltberühmt: „Just Room Enough Island“ gilt mit nur 310 Quadratmetern als kleinste bewohnte Insel der Welt.Depositphotos/IMAGO

Den Titel „kleinste bewohnte Insel“ erhielt das Eiland vom Guinness-Buch der Rekorde. Maßgeblich ist dabei nicht nur die Fläche, sondern auch, dass die Insel dauerhaft als bewohnbar gilt und ein festes Gebäude trägt. Mit 310 Quadratmetern unterbietet „Just Room Enough Island“ andere Mini-Inseln deutlich.

Zuvor hielt „Bishop Rock“ vor den britischen Scilly-Inseln lange den Rekord. Dort lebte einst ein Leuchtturmwärter mit seiner Familie. Als der Leuchtturm 1982 automatisiert wurde und die Familie auszog, verlor der Felsen seinen Status als bewohnte Insel.

Traumlage mit Tücken

So idyllisch die Fotos wirken, das Leben auf einer derart kleinen Insel bringt Herausforderungen mit sich. Hochwasser, Stürme oder steigende Pegelstände können schnell zur Gefahr werden. Auch Versorgung, Abwasser und Strom müssen individuell gelöst werden. Dauerhaft bewohnt ist die Insel heute nicht mehr. Heute ist die Mini-Insel vor allem ein beliebtes Fotomotiv für Bootsreisende im St.-Lorenz-Strom.

Idylle im St.-Lorenz-Strom: Zwischen dicht bewachsenen Ufern liegen zahlreiche kleine Privatinseln mit Ferienhäusern.
Idylle im St.-Lorenz-Strom: Zwischen dicht bewachsenen Ufern liegen zahlreiche kleine Privatinseln mit Ferienhäusern.Depositphotos/Imago

Oft sind es wohlhabende Familien oder Investoren, die sich kleine Privatinseln leisten. In Nordamerika ist der Besitz solcher Inseln grundsätzlich möglich, sofern Grundstücks- und Umweltauflagen eingehalten werden. Doch „Just Room Enough Island“ zeigt: Manchmal geht es weniger um Luxus – sondern um ein außergewöhnliches Stück Privatheit.

Deutsche Inseln können übrigens nicht mithalten. Mitten im Steinhuder Meer liegt die künstliche Insel Wilhelmstein – sie gilt als die kleinste bewohnte Insel Deutschlands. Das Eiland misst rund 1,25 Hektar (12.500 Quadratmeter).