Er wächst und wächst und wächst: Der verendete Buckelwal Timmy vor der dänischen Insel Anholt: Er bläht sich immer weiter auf. Der Kadaver, der schon vor Tagen angespült wurde und seitdem innerlich verrottet, droht zu explodieren. Nachdem er in den vergangenen Tagen schon merklich größer geworden ist, wird es nun immer gefährlicher. Neben den sommerlichen Temperaturen sitzen auch immer wieder Möwen auf dem toten Tier, picken an Timmy herum. Können die Vögel dazu führen, dass der Buckelwal explodiert – und kommt es noch heute zum großen Knall?
Buckelwal Timmy bläht sich immer weiter auf
Seit Tagen richten sich wieder alle Blicke gespannt auf Timmy: Während noch vor Wochen die geplante Wal-Rettung die Menschen faszinierte, ist es jetzt die Tatsache, dass der verendete Wal bald explodieren könnte.
Es ist ein bekanntes Phänomen: Bei der Verwesung des toten Tiers bilden sich Gase, die von der Haut des Wals im Inneren gehalten werden. Denn diese ist bei den Tieren besonders dick, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen, etwa vor dem hohen Wasserdruck in der Tiefe. Wird der Druck im Inneren des toten Wals aber zu groß, kann die Haut reißen – dann explodiert der Wal.
Es ist ein furchtbares Szenario: Videos aus der Vergangenheit zeigen, dass dann extreme Mengen Blut, Fett und innere Organe der Tiere nach außen geschleudert werden. Bei dokumentierten Wal-Explosionen sorgte das auch für extremen Gestank – schließlich ist das, was aus dem Inneren des Wals nach außen gedrückt wird, teilweise verwest. Walforscher Fabian Ritter warnte jetzt erneut vor der Gefahr, die von Timmy ausgehen könnte.
„Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte das Tier mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagte er in einem Interview. Es sei schon fast abzusehen, dass es bald zur Explosion kommen könnte.

Das Wetter dürfte die Explosionsgefahr zusätzlich anfeuern. Zwar sind die Temperaturen auf der Insel Anholt aufgrund der nördlichen Lage milder als in Deutschland über Pfingsten. Hier stehen in den kommenden Tagen Höchsttemperaturen zwischen 15 und 18 Grad auf dem Plan. Allerdings ist auch viel Sonne angesagt – und die Sonneneinstrahlung kann ihren Teil dazu beitragen, dass die Verwesung von Buckelwal Timmy beschleunigt wird.
Laut Ritter könne man die Explosionsgefahr reduzieren, indem man Timmy gezielt aufschneidet. Allerdings sei es für einen solchen Eingriff bereits zu spät. Ein Video, das vor Jahren auf den Färöer Inseln aufgenommen wurde, zeigt die Gefahr, die auch bei einem solchen Not-Schnitt besteht.
Das wirft auch eine Frage auf: Kann es für den Wal-Kadaver Folgen haben, dass ständig Möwen auf ihm sitzen und an seiner Haut herumpicken? Seit der Kadaver vor Anholt im flachen Wasser liegt, wird das beobachtet. Die Vögel setzen sich auf den Wal, picken an ihm herum. Teilweise war zu sehen, dass Blut seinen Körper hinablief. Können es die Möwen also schaffen, Timmy zu sprengen?
Können Möwen Buckelwal Timmy zum Platzen bringen?
Laut Fabian Ritter ist das eher unwahrscheinlich. Der Grund: Tatsächlich ist die Speckschicht der Wale bis zu 40 Zentimeter dick. Dass es eine Möwe schafft, sich mit dem Schnabel durch diese extrem fette Haut zu arbeiten, ist eher unwahrscheinlich.


