Neubau

Dresden entscheidet bald: So könnte die neue Carolabrücke aussehen!

Vier Entwürfe für die neue Carolabrücke wurden in Dresden vorgestellt – ein Favorit steht fest. Ab 2028 sollen die Bauarbeiten starten.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Die Carolabrücke in Dresden war 2024 zum Teil eingestürzt.
Die Carolabrücke in Dresden war 2024 zum Teil eingestürzt.Iurisu/imago

Die Zukunft der eingestürzten Carolabrücke in Dresden nimmt langsam Gestalt an. Ein Fachgremium hat die vier eingereichten Vorschläge für den Neubau unter die Lupe genommen – und sich klar für einen Entwurf ausgesprochen. Offiziell entschieden ist aber noch nichts.

Plan von LAP und Knight Architects liegt vorn

Im Bauausschuss der Stadt Dresden wurde jetzt das Ranking der Experten präsentiert. Ganz oben auf der Liste steht der Entwurf der Büros Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) gemeinsam mit Knight Architects. Die Fachleute sehen darin die überzeugendste Lösung für den Ersatzneubau.

Geht es nach dem Expertengremium, soll die neue Carolabrücke einmal so aussehen.
Geht es nach dem Expertengremium, soll die neue Carolabrücke einmal so aussehen.Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects

Bevor jedoch ein endgültiger Beschluss fällt, soll der Stadtrat Anfang September entscheiden. Bis dahin dürfen auch die Dresdnerinnen und Dresdner ihre Meinung einbringen.

Gremium lobt hohe Qualität aller Vorschläge

Das von TU-Professor Steffen Marx geleitete Expertenteam betonte, dass „jeder der eingereichten Entwürfe eine sehr hohe Qualität aufweist und eine risikoarme weitere Projektdurchführung erlauben würde“. Bereits die Vorprüfung habe gezeigt, dass alle vier Konzepte die Vorgaben der Stadt erfüllen und technisch umsetzbar sind. „Dennoch konnte das Expertengremium klar einen besten, zweit-, dritt- und viertbesten Brückenentwurf identifizieren.“

Warum der Favorit überzeugt

Nach Einschätzung der Fachleute trifft der Entwurf von LAP und Knight Architects mit Hauptsitz in Stuttgart und Niederlassung in Dresden die Anforderungen am präzisesten. Besonders hervorgehoben wird die Gestaltung: „Die gut gestaltete, schlanke sowie transparente Brückenkonstruktion füge sich angenehm zurückhaltend in die historische Dresdner Altstadt ein. Zudem seien alle Nutzungsarten und -anforderungen sowohl auf als auch unter der Brücke und im Bereich der Widerlager sorgfältig erarbeitet und gelöst worden“, so das Gremium. 

Die markante, gitterartige Struktur der Vouten – also der angedeuteten Brückenbögen – verleihe dem Bauwerk eine eigene Identität als „neue Dresdner Carolabrücke“ und knüpfe zugleich an die Geschichte der Vorgängerbrücken an.

Die zerstörte Carolabrücke in Dresden.
Die zerstörte Carolabrücke in Dresden.IMAGO/Sylvio Dittrich

Entscheidung über neue Brücke fällt am 3. September

Für die Bewertung spielten zahlreiche Kriterien eine Rolle: die städtebauliche Einbindung, architektonische Qualität, Denkmalschutz, Verkehrsführung, Tragwerksplanung, Bauzeit, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit. Die Empfehlung des Expertengremiums soll dem Stadtrat als Orientierung dienen. 

Am 3. September 2026 soll das Stadtparlament darüber abstimmen, welches Planungsteam den Zuschlag erhält.

Bürger in Dresden sollen online voten

Ab Samstag können die Dresdener über ihren favorisierten Entwurf für den Neubau der Carolabrücke abstimmen. Über das Online-Format „CarolaVote“ will die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger in den Wiederaufbau der eingestürzten Brücke einbeziehen.

Als hybrides Bauwerk aus Spannbeton und Stahl zeigt dieser Entwurf von der Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft aus Düsseldorf die neue Carolabrücke.
Als hybrides Bauwerk aus Spannbeton und Stahl zeigt dieser Entwurf von der Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft aus Düsseldorf die neue Carolabrücke.Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS

Viele Akteure in Dresden wollen ein Wort bei der Errichtung der neuen Brücke mitreden. Die Initiative Carolabrücke e. V. kündigte vorab an, für eine Bogenbrücke aus Sandstein stimmen zu wollen. Der Fahrradclub ADFC pocht auf breite Radwege.

Auch die Stadt hatte den Planern eindeutige Vorgaben gemacht: Die Brücke über die Elbe soll im Schnellverfahren als Ersatzneubau entstehen. Der Brückenbau soll ab Frühjahr 2028 beginnen und bis 2031 beendet sein. Das neue Bauwerk soll die historische Stadtsilhouette nicht verdecken und müsse die Elbwiesen als Landschaftsschutzgebiet berücksichtigen.

Hintergrund: Einsturz im September 2024

Die frühere Carolabrücke bestand aus drei Teilen. In der Nacht zum 11. September 2024 stürzte der Abschnitt für Straßenbahn und Fußgänger plötzlich ein. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die übrigen Brückenteile waren jedoch so stark beschädigt, dass ein kompletter Abriss unvermeidlich war. Als Ursache gilt Korrosion, die zum Versagen von Spanngliedern führte.

Wie gefallen Ihnen die Vorschläge zur Neugestaltung der Carolabrücke? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com