Paukenschlag im britischen Königshaus: Die Polizei hat den früheren Prinzen Andrew im Zusammenhang mit seiner Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein festgenommen. Dem 66-Jährigen wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet zu haben.
Festnahme an Andrews Geburtstag
Wie die Thames Valley Police mitteilte, durchsuchten Ermittler ausgerechnet an Andrews Geburtstag mehrere Adressen in Berkshire und Norfolk. Ein Mann in seinen 60ern sei wegen des Verdachts des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt festgenommen worden. Es handelt sich um Andrew Mountbatten-Windsor, berichteten unter anderem die BBC, Sky News sowie die Nachrichtenagentur Press Association.

Vorwurf gegen Andrew lautet Amtsmissbrauch
Der einstige Prinz hatte wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal bereits alle militärischen Ränge, Ehrenämter und Titel verloren. Auch sein Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor musste er räumen. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre wirft Andrew vor, sie mehrfach missbraucht zu haben, auch als Minderjährige. Der Beschuldigte bestritt dies stets.
Neue Brisanz erhielten die Vorwürfe durch kürzlich veröffentlichte Epstein-Akten. Britische Medien entdeckten darin E-Mails, die nahelegen, dass Andrew in seiner früheren Funktion als hochrangiges Mitglied der Königsfamilie Berichte offizieller Auslandsreisen nach Hongkong, Vietnam und Singapur an Epstein weitergeleitet haben soll. Die laufenden Ermittlungen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass eine Straftat nachgewiesen werden kann.

König Charles unterstützt Ermittlungen
Die Affäre trifft die Royals erneut ins Mark. Charles III. kündigte an, die Polizei bei möglichen Ermittlungen gegen seinen Bruder zu unterstützen. „Ich habe mit größter Besorgnis die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. Was nun folgt, ist ein umfassender, fairer und ordnungsgemässer Prozess, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird“, schrieb der britische König zur Festnahme seines Bruders. Er fügt an: „Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.“


