Steuer-Hammer

Neue Plastiksteuer kommt: Das zahlen Sie ab 2027 im Supermarkt drauf

Die Bundesregierung hat den Haushalt 2027 beschlossen. Neben einer Plastiksteuer steigen auch Alkohol- und Tabaksteuer.

Author - Tobias Esters
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Wer im Supermarkt zur Mehrwegtüte greift und unverpacktes Obst und Gemüse wählt, spart künftig bei der Plastiksteuer.
Wer im Supermarkt zur Mehrwegtüte greift und unverpacktes Obst und Gemüse wählt, spart künftig bei der Plastiksteuer.Jan Woitas

Der Griff ins Supermarktregal wird ab 2027 teurer werden. Die Bundesregierung hat den Bundeshaushalt für das kommende Jahr beschlossen und darin stecken gleich mehrere neue Steuern, die alle Verbraucher treffen. Neben einer neuen Plastiksteuer werden auch die Alkohol- und die Tabaksteuer angehoben. Auch eine Zuckersteuer ist geplant, aber noch nicht Teil des Haushalts.

Woher die Plastiksteuer kommt

Ganz neu ist die Plastiksteuer eigentlich nicht. Sie ist eine EU-Abgabe, die die Mitgliedstaaten schon seit 2021 zahlen müssen. Besteuert werden nicht recycelte Kunststoffverpackungen, die Einnahmen fließen in den EU-Haushalt und sollen dort dem Klimaschutz dienen.

Bislang überwies Deutschland das Geld einfach aus dem Staatshaushalt – rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr für etwa 1,7 Millionen Tonnen nicht recyceltes Plastik. Ab 2027 soll die Steuer nun an die Unternehmen weitergereicht werden, die das Plastik in Umlauf bringen.

Für die Kunden ist der entscheidende Punkt. Zwingen kann der Staat die Hersteller nicht, die Kosten weiterzugeben, aber es gilt als wahrscheinlich, dass viele genau das tun werden.

Die Steuer beträgt 80 Cent pro Kilogramm nicht verwertbaren Plastiks. Klingt happig, verteilt sich aber auf viele kleine Verpackungen: Bei einer 30-Gramm-Verpackung wären es laut t-online nur rund zwei Cent.

Aufs Jahr gerechnet kommt trotzdem etwas zusammen. Der Umweltverband BUND geht von rund 40 Kilogramm Plastikverbrauch pro Kopf aus. Das entspräche einer Belastung von etwa 32 Euro im Jahr.

Gelbe Säcke mit Verpackungsmüll am Straßenrand: Ab 2027 wird nicht recyceltes Plastik über die neue Steuer teurer.
Gelbe Säcke mit Verpackungsmüll am Straßenrand: Ab 2027 wird nicht recyceltes Plastik über die neue Steuer teurer.Torsten Krüger/imageBROKER/IMAGO

An der Plastiksteuer gibt es allerdings deutliche Kritik. Der Verband „Plastics Europe" hält die Weitergabe der Abgabe für wirkungslos. Häufig werde in der Praxis auf andere Materialien ausgewichen, die teils noch ressourcenintensiver seien und sich schlechter recyceln ließen. Auch das Umweltbundesamt hatte gewarnt, eine Steuer auf nur ein Material könne ökologisch nach hinten losgehen.

Auch Tabak- und Alkohol wird teurer

Nicht nur beim Plastik wird es teurer. Auch die Alkoholsteuer steigt – konkret sollen die allgemeine Alkoholsteuer, die Schaumwein- und die Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent angehoben werden. Bier und Wein bleiben verschont.

Für die meisten Verbraucher dürften die Aufschläge kaum spürbar sein: Eine 0,75-Liter-Flasche Sekt wird nach Angaben des Fachportals „Wein Plus" nur etwa 24 Cent teurer. Ebenfalls erneut angehoben wird die Tabaksteuer.

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