Sommerurlaub

Die große „Nicht-Liste“: Diese Reiseziele sollten Sie 2026 lieber meiden

Die US-Reiseplattform Fodor’s nennt jedes Jahr Orte, die unter dem Massentourismus ächzen – 2026 sind auch bei Deutschen beliebte Ziele dabei.

Author - Tobias Esters
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Volle Sonnenschirm-Reihen, kaum ein freier Fleck: An beliebten Urlaubsstränden wird der Andrang zum Problem.
Volle Sonnenschirm-Reihen, kaum ein freier Fleck: An beliebten Urlaubsstränden wird der Andrang zum Problem.Marco Simoni/imageBROKER/IMAGO

Sie suchen noch spontan ein Ziel für den Sommerurlaub? Dann könnte diese Liste Ihre Pläne ändern. Jedes Jahr veröffentlicht die US-Reiseplattform Fodor’s ihre „No List": Orte, die unter dem Ansturm der Touristen so sehr ächzen, dass sie dringend eine Pause bräuchten. Ein Boykott-Aufruf sei das ausdrücklich nicht, betont Fodor’s – eher die Bitte, überlastete Ziele eine Weile zu schonen. Welche fünf Orte 2026 auf der Liste stehen.

Die raue Küste von Teneriffa: Die Kanaren sind bei Urlaubern beliebt – doch der Massentourismus bringt die Inseln an ihre Grenzen.
Die raue Küste von Teneriffa: Die Kanaren sind bei Urlaubern beliebt – doch der Massentourismus bringt die Inseln an ihre Grenzen.Natalia Deriabina/IMAGO

Kanarische Inseln, Spanien

Die Kanaren zählen zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen – bei den ausländischen Gästen auf den Inseln stellen sie hinter den Briten die zweitgrößte Gruppe. Doch hinter der Postkarten-Kulisse brodelt es: Das Trinkwasser wird knapp, die Mieten unbezahlbar, und wo früher ein Spaziergang zum Meer 40 Minuten dauerte, steht man heute im Stau. Tausende Einheimische zogen deshalb bereit mit einem Satz durch die Straßen, der alles sagt: „Die Kanaren haben eine Grenze."

Souvenirshops und Touristenströme im Pariser Viertel Montmartre, im Hintergrund die Sacré-Cœur. Rund elf Millionen Besucher zieht die Basilika jährlich an.
Souvenirshops und Touristenströme im Pariser Viertel Montmartre, im Hintergrund die Sacré-Cœur. Rund elf Millionen Besucher zieht die Basilika jährlich an.Brian Scantlebury/IMAGO

Montmartre, Paris

Einst malten hier van Gogh und Picasso, heute bekommt man kaum ein Foto ohne fremden Selfie-Stick im Bild. Rund elf Millionen Menschen strömen jährlich zur Sacré-Cœur – mehr als zum Eiffelturm. Die 30.000 Bewohner fliehen langsam vor dem Andrang. Fachleute fürchten: Bald begegnen Touristen in Montmartre nur noch anderen Touristen.

Wanderidylle in der Schweizer Jungfrau-Region: Noch ist es hier ruhig – doch Rekordzahlen an Touristen setzen der Bergwelt zunehmend zu. Foto: imago
Wanderidylle in der Schweizer Jungfrau-Region: Noch ist es hier ruhig – doch Rekordzahlen an Touristen setzen der Bergwelt zunehmend zu. Foto: imagoMoritz Wolf/imageBROKER/IMAGO

Jungfrau-Region, Schweiz

In nur 15 Minuten bringt die Gondel Besucher hinauf zum „Top of Europe“. Dort oben liegt das Jungfraujoch (3450 Meter), die höchstgelegene Bahnstation Europas und einer der größten Touristenmagnete der Schweiz. Genau das wird inzwischen zum Problem: Reisebusse verstopfen die Straßen, Wanderwege sind ausgetreten, und über allem schmilzt der mächtige Aletschgletscher immer weiter dahin.

Isola Sacra, Italien

Ein stilles Küstenstück vor den Toren Roms – noch. Denn hier soll ein Hafen für die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt entstehen, mit Platz für bis zu 6000 Passagiere pro Schiff. Anwohner und Umweltschützer kämpfen seit Jahren dagegen: Sie fürchten um Dünen, Feuchtgebiete – und um ein Rom, das mit 35 Millionen Besuchern im Jahr längst am Limit ist.

Mexiko-Stadt, Mexiko

Hier kippt die Stimmung in Wut. 2025 gingen bereits die Menschen auf die Straße, Scheiben splitterten, an den Wänden prangte „Gringos raus". Der Frust richtet sich gegen steigende Mieten und die Flut an Airbnb-Wohnungen, die ganze Viertel entkernt.

Auf der vollständigen Fodor’s-Liste stehen noch drei weitere Ziele. Die Antarktis, deren empfindliche Natur unter wachsendem Kreuzfahrt-Tourismus leidet, der Glacier-Nationalpark im US-Bundesstaat Montana, wo die namensgebenden Gletscher fast verschwunden sind, und die kenianische Küstenstadt Mombasa.

Klassiker wie Venedig oder Barcelona fehlen diesmal dagegen. Nicht, weil dort alles gelöst wäre, sondern weil Fodor’s den Blick auf andere Brennpunkte lenken will.