Umfrage-Schock

Kinder sind für viele Deutsche zu teuer geworden

In einer Umfrage sagt die Mehrheit der Befragten, Kinder seien in Deutschland nicht mehr bezahlbar. Die Geburtenrate sinkt immer weiter.

Author - Stefan Doerr
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Sind Kinder Luxus geworden? Viele Deutsche sehen das so (Symbolfoto).
Sind Kinder Luxus geworden? Viele Deutsche sehen das so (Symbolfoto).Imago/Pond5 Images

Kinderwunsch ja – aber wer soll das bezahlen? Genau daran zweifeln immer mehr Menschen in Deutschland. Wie eine neue Insa-Blitzumfrage für Bild am Sonntag zeigt, glaubt die Mehrheit der Deutschen inzwischen, dass man sich hierzulande Kinder finanziell kaum noch leisten kann.

Hohe Mieten bremsen den Kinderwunsch

55 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten könne. Nur 34 Prozent widersprechen, elf Prozent sind unentschlossen, berichtet die Zeitung über die schockierenden Zahlen.

Die Gründe für diese Skepsis sind so vielfältig wie alltäglich. Vor allem die hohen Lebenshaltungskosten drücken aufs Familienkonto: 81 Prozent nennen steigende Mieten, teure Lebensmittel und Energiepreise als Hauptbelastung.

Auch die hohen Lebensmittelpreise schrecken vom Kinderwunsch ab.
Auch die hohen Lebensmittelpreise schrecken vom Kinderwunsch ab.Imago/Bihlmayerfotografie

Dazu kommen Steuern und Abgaben, die 59 Prozent als zu hoch empfinden. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) hält die staatliche Unterstützung für Familien für unzureichend. Familienverbände pochen auf die Erhöhung der Hilfen.

Familienverbände fordern mehr Kindergeld

Der Deutsche Familienverband Schleswig-Holstein nannte Anfang des Jahres dabei schon konkrete Zahlen und verlangt die Erhöhung des Elterngeldes auf maximal 2300 Euro pro Monat und für mehr Kindergeld – nämlich insgesamt 360 Euro pro Kind. Bisher liegt das Kindergeld bei 259 Euro monatlich, das Elterngeld beträgt 1800 Euro im Monat.

Mehr Kitaplätze nötig

Ein weiterer Grund für die sinkende Bereitschaft, Eltern zu werden, sind laut der Insa-Umfrage fehlende Kita- und Betreuungsplätze. 58 Prozent klagen über Engpässe. Auch die beruflichen Folgen schrecken viele ab. 40 Prozent nennen Einkommenseinbußen durch Elternzeit oder Teilzeit als entscheidenden Faktor.

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Insa 1003 Personen vom 19. bis zum 20. Februar 2026 befragt.

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