Ist die Rente tatsächlich sicher? In Deutschland wird heftig über eine Reform des Rentensystems diskutiert. Dabei steht auch die Einführung der Rente mit 70 immer wieder im Mittelpunkt – und das, obwohl Beschäftigte hierzulande schon heute zu den am längsten arbeitenden in Europa zählen. Ein Vergleich lässt da so manchen Deutschen neidisch werden!
Rentensystem steht auf der Kippe
Immer mehr Rentner, die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Einzahler ins Rentensystem sinkt. Eine 13-köpfige Expertenkommission soll bis Mitte 2026 die Quadratur des Kreises schaffen und Vorschläge erarbeiten, wie das deutsche Rentensystem trotz dieser Entwicklung vor dem drohenden Kollaps gerettet werden kann.
Und dabei denken viele ausgerechnet in Deutschland, wo das niedrigste Rentenniveau in Westeuropa ausgezahlt wird, über noch längere Lebensarbeitszeiten nach. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat zwar die Rente mit 70 zumindest „in dieser Legislaturperiode“ ausgeschlossen. Doch andere Länder wie Frankreich oder Italien ermöglichen ihren Bürgern schon jetzt einen früheren Ruhestand als hierzulande. Und das bei deutlich höheren Bezügen.

Früherer Renteneintritt möglich
Zwar erhöhen einige Länder ihr Rentenalter ebenfalls schrittweise, etwa Dänemark, das bis 2040 die Rekordmarke von 70 Jahren erreichen will. Doch dort liegt das Rentenniveau bei rund 80 Prozent des Nettoeinkommens. Ein Wert, von dem deutsche Ruheständler nur träumen können.
Hierzulande erhalten Arbeitnehmer beim Renteneintritt mit 67 Jahren lediglich 52,9 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens. In Frankreich gehen Beschäftigte im Schnitt mit knapp 64 Jahren in Rente und bekommen 60,2 Prozent. Italien liegt mit 74,6 Prozent sogar deutlich darüber, und das ebenfalls bei einem Renteneintrittsalter von rund 64 Jahren.
Und bei unserem Nachbarn Österreich sind Männer im Schnitt 65 Jahre alt, wenn sie in den Ruhestand gehen, Frauen 61 Jahre alt. Aufs Konto bekommen sie traumhafte 74,1 Prozent des Nettoeinkommens.


