Pralle Polizeiakte

7250 Euro im Monat kassiert! Fahndung nach ausreisepflichtigem Bosnier

Seit 20 Jahren ausreisepflichtig, doch er bezieht weiter Sozialleistungen: Der unglaubliche Fall von Huso B.

Author - Sharone Treskow
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(Symbolfoto) Kölner Behörden suchen nach einem Mann, der seit über 20 Jahren ausreisepflichtig sein soll und trotzdem jede Menge Sozialleistungen bezieht.
(Symbolfoto) Kölner Behörden suchen nach einem Mann, der seit über 20 Jahren ausreisepflichtig sein soll und trotzdem jede Menge Sozialleistungen bezieht.Political-Moments / Imago

Ein Fall aus Köln sorgt für Aufsehen. Der seit zwei Jahrzehnten ausreisepflichtige Bosnier Huso B. bezieht hohe Sozialleistungen. Während Behörden ihn suchen, scheint der Mann selbst ungestört seinen Alltag fortzuführen. Wer ist dieser Mensch, der seit Jahren durchs Raster fällt – und warum gelingt es niemandem, den Fall zu klären?

Huso B. bezieht über 7000 Euro vom Staat

Bereits vor 23 Jahren stand fest, dass Huso B. (42) Deutschland verlassen sollte. Doch er tauchte unter, kehrte später zurück – und blieb. Heute lebt der Bosnier weiterhin in Köln, gemeinsam mit seiner Frau und acht Kindern. Bild berichtet.

(Symbolfoto) Der gesuchte Bosnier ist in Köln untergetaucht.
(Symbolfoto) Der gesuchte Bosnier ist in Köln untergetaucht.Thomas Banneyer/dpa

Monatlich erhält die Familie angeblich 7250 Euro staatliche Unterstützung. Währenddessen zieht sich eine lange Spur von Straftaten durch sein Leben in Deutschland. Und selbst jetzt, im Jahr 2026, wird er noch immer von der Staatsanwaltschaft Köln gesucht.

Eine Akte voller Vergehen

Die Polizeiakte des Mannes ist prall gefüllt: Diebstähle, Körperverletzungen, Urkundenfälschungen, Sachbeschädigungen und Leistungserschleichungen. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete zuerst über die Vorfälle. Laut Bild wurde Huso B. 2010 in Köln wegen eines gemeinsamen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 1100 Euro verurteilt.

Doch das blieb nicht sein letzter Konflikt mit dem Gesetz. In den folgenden Jahren ermittelte die Polizei in Bamberg erneut gegen ihn, wieder ging es um gemeinsamen Diebstahl und Sachbeschädigung. 2017 wurde er beim Schwarzfahren erwischt, 2023 folgte eine weitere Geldstrafe wegen Urkundenfälschung. Einige Verfahren wurden später eingestellt.

Gesucht – aber unauffindbar

Im vergangenen Dezember sollte Huso B. erneut vor Gericht erscheinen, dieses Mal wegen Betrugs in drei Fällen in einer Drogeriekette. Doch zur Verhandlung kam es nicht. Angeblich konnte die Vorladung in seinem Asylbewerberheim nicht zugestellt werden. Der Postbote konnte die formelle Zustellung weder persönlich übergeben noch in den Briefkasten werfen.

Wo steckt Huso B.? Gerichtsvorladungen konnten nicht an den Bosnier zugestellt werden.
Wo steckt Huso B.? Gerichtsvorladungen konnten nicht an den Bosnier zugestellt werden.Jan Tepass / Imago

Damit hob das Gericht den Termin auf, das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft fahndet seither nach ihm. Laut Bild soll er sich in einem Flüchtlingsheim aufhalten.

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