Ein Mann schickt Polizisten in die Wohnung seines Bekannten: „Ich habe ihn schwer verletzt.“ Den Einsatzkräften bietet sich ein schreckliches Bild.
Wohltäter hinterrücks getötet
Knapp fünf Monate später sitzt Girmantas B. (43) wegen Mordes auf der Anklagebank. Ein gelernter Maurer, geschieden, vor rund drei Jahren kam er aus Litauen nach Berlin. Ein Kumpel hatte ihm die Stadt empfohlen. B. wollte sich einen Job suchen. Doch er strandete und campierte unter Brücken, hielt sich als Flaschensammler über Wasser.
Der Lichtblick im letzten Sommer: Ein Passant sprach ihn freundlich an. Stefan Z. (48), der sich einst als Sozialarbeiter um Menschen mit Drogenproblemen gekümmert haben soll, wollte helfen und lud ihn ein.
Sie kamen sich schnell näher. Bald übernachtete der obdachlose B. bei Stefan Z. in dessen Einzimmerwohnung in einem Plattenbau in Mitte. Am 27. September aber soll er den neuen Freund und Wohltäter hinterrücks getötet haben.
Auf Schlafenden eingeschlagen
Ein Samstagvormittag. Z. lag gegen 11 Uhr im Bett – laut Anklage in Bauchlage. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: B. griff plötzlich zu einer schweren Eisenstange, schlug „in Tötungsabsicht und ohne rechtfertigenden Grund“ auf den Schlafenden ein.
Drei Schläge gegen den Kopf trafen Z. – er war laut Ermittlungen völlig wehrlos. Er drehte sich noch zum Angreifer, der aber griff zu einem Messer, stach achtmal in Rücken und rechte Flanke. Die Anklage: „Anschließend drückte er dem tödlich verletzten Mann ein Kissen auf das Gesicht.“
Wenig später stellte sich B. auf einer Polizeiwache, gestand. Polizei und Notarzt eilten zum Tatort in der Leipziger Straße. Doch für Stefan Z. kam jede Hilfe zu spät.


