Während Niedersachsen ernsthaft darüber nachdenkt, Kindern das schriftliche Dividieren auszureden – weil es angeblich zu kompliziert, zu fehleranfällig, zu anstrengend sei –, sagt die Berliner Senatsverwaltung für Bildung: Nicht mit uns. Und das ist gut so. Sehr gut sogar.
Grundrechenarten sind die Basis
Denn worüber reden wir hier eigentlich? Nicht über pädagogische Feinjustierung. Nicht über moderne Didaktik. Sondern über Wissen. Über Grundlagen. Über das kleine Einmaleins der Zukunftsfähigkeit.
Wer die Grundrechenarten nicht vollständig beherrscht, beherrscht am Ende gar nichts richtig. Punkt.
Schriftlich dividieren ist kein nostalgisches Schulritual, sondern Training fürs Denken: systematisch, logisch, nachvollziehbar. Wer das streicht, spart nicht Zeit – er spart Verstand ein.
Lernen heißt auch anstrengen
Das Argument aus Niedersachsen klingt bequem: zu schwer, zu komplex, zu fehleranfällig. Ja klar. Lernen ist nun mal anstrengend. Genau deswegen nennt man es lernen – und nicht „sanft begleitetes Rumprobieren“.
Berlin zeigt Rückgrat. Während anderswo der Rotstift angesetzt wird, hält die Hauptstadt an den bundesweiten Bildungsstandards fest. Nicht aus Sturheit, sondern aus Verantwortung. Denn wir sehen doch längst, wohin der Trend führt: immer weniger Stoff, immer mehr Ausfall, immer mehr „selbstorganisiertes Lernen“ – und am Ende Schülerinnen und Schüler, die viele Jahre in der Schule waren, aber erschreckend wenig können.

Das Land der Verwalter und Klicker
Wenn das das „Zeichen der Zeit“ sein soll, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn aus dem Land der Dichter und Denker langsam ein Land der Verwalter und Klick-Bestätiger wird. Gründergeist? Startup-Szene? IT-Kompetenz? Schön und gut. Aber ohne mathematische Grundlagen bleibt all das heiße Luft.
Denn wer nicht weiß, wie man schriftlich dividiert, versteht auch keine Algorithmen.
Und wenn dann irgendwann mal der Strom weg ist – soll vorkommen –, dann hilft auch der beste Rechner nichts. Dann steht man da. Rechenlos. Ratlos. Abgeschaltet.



