Hertha BSC

Knöchel, Grippe, Witz-Rotsperre! Kownacki ist im Dauerpech

Bei Hertha-Stürmer Dawid Kownacki läuft alles schief. Knöchelverletzung, Grippe und jetzt droht eine fragwürdige Rotsperre von drei Spielen.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Stürmer Dawid Kownacki stand nach der Roten Karte beim 2:2 gegen Darmstadt fassungslos am Spielfeldrand. Der Linienrichter wies ihn an, den Innenraum zu verlassen.
Hertha-Stürmer Dawid Kownacki stand nach der Roten Karte beim 2:2 gegen Darmstadt fassungslos am Spielfeldrand. Der Linienrichter wies ihn an, den Innenraum zu verlassen.imago/nordphoto/Engler

Was hat dieser Spieler bloß getan? Das Karma meint es nicht gut mit Stürmer Dawid Kownacki (28) von Hertha BSC. Erst war der Knöchel kaputt, dann legte ihn eine Grippe im Januar flach und jetzt kassierte der Pole beim 2:2 gegen Darmstadt ein Witz-Rot und soll dafür noch drei Spiele gesperrt werden. Gestatten Kownacki, Herthas größter Pechvogel!

Leitl: „Drei Spiele Sperre, das ist ein absoluter Witz“

Die Rote Karte durch Schiri Florian Lechner wegen eines taktischen Fouls mit einem Beinstellen gegen Darmstadts Luca Marseiler, bei dem üblicherweise Gelb gezückt wird, war schon mehr als umstritten. Trainer Stefan Leitl staunte nur: „Man hat es mir so erklärt, dass die Dynamik beim Schlag für Rot ausschlaggebend war. Ich hoffe, dass Dawid nicht so lange gesperrt wird.“

Schiri Florian Lechner zieht Rot gegen Dawid Kownacki, Herthas Spieler sind in dem Moment entsetzt über die Entscheidung.
Schiri Florian Lechner zieht Rot gegen Dawid Kownacki, Herthas Spieler sind in dem Moment entsetzt über die Entscheidung.City-Press GmbH Bildagentur

Hoffnung vergebens! Das DFB-Sportgericht setzte noch einen drauf und verhängte eine Rotsperre von drei Spielen und sah nicht ein grobes Foul, sondern eine Tätlichkeit, die härter bestraft wird. Das alles bei einem Spieler, der noch nie auffällig geworden ist. Leitl: „Das ist ein absoluter Witz. Da kann man doch nicht von Tätlichkeit sprechen.“

Hertha wehrt sich gegen DFB-Urteil

Hertha BSC legte dagegen postwendend Einspruch ein. Denn der Stürmer wird im Aufstiegskampf gerade jetzt dringend gebraucht. In den nächsten drei Spielen geht es gegen die Konkurrenten Elversberg, Hannover und Paderborn. Es ist das nächste Kapitel einer unglücklichen, blau-weißen Geschichte.

Ende September verletzte sich Dawid Kownacki beim 3:0 in Nürnberg schwer am rechten Knöchel.
Ende September verletzte sich Dawid Kownacki beim 3:0 in Nürnberg schwer am rechten Knöchel.imago/Sportfoto Zink/Wolfgang Zink

Kownacki wurde im Sommer als Stürmer Nummer 1 von Werder Bremen ausgeliehen. Seine Empfehlung: In der vergangenen Saison hatte er 13 Tore für Fortuna Düsseldorf geschossen. Doch den Rückschlag gab es Ende September, als er beim 3:0-Sieg in Nürnberg mit dem rechten Fuß umknickte. Über acht Wochen Pause folgten. Comeback Ende November.

In der Rückrunde sollte Kownacki dann wirklich richtig durchstarten. Doch er verpasste das Trainingslager in Portugal Anfang Januar wegen einer Grippe. Jetzt hatte er den Fitnessrückstand aufgeholt und stand beim 2:2 gegen Darmstadt das erste Mal wieder in der Startelf. Doch statt Tore des Polen, gab es das Witz-Rot.

Kownacki stand bisher nur sechsmal in der Startelf

Wie lange Kownacki jetzt tatsächlich gesperrt wird, werden die nächsten Tage zeigen. In Elversberg ist er auf jeden Fall nicht dabei. Für ihn wird Luca Stürmer in die Stammelf rücken. Immerhin kann der Pole dann nächsten Dienstag im Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg spielen, die Sperre gilt nur für die Zweite Liga.

Kownackis Bilanz sieht bisher so aus: Von 20 Spielen war er nur sechsmal in der Startelf, siebenmal kam er als Joker. In der Zweiten Liga traf er bisher nur dreimal. Zu wenig für ihn, zu wenig für Hertha, um noch vom Aufstieg träumen zu dürfen. Deswegen kämpfen die Blau-Weißen jetzt um eine Reduzierung der Sperre.