Hertha BSC geht in die vierte Zweitliga-Saison. Spätestens jetzt sind die fetten Jahre vorbei. Schon bei der Mitgliederversammlung Ende April kündigte Geschäftsführer Dr. Peter Görlich einen Kaderumbruch und Kostensenkung an. Jetzt werden mehr Details bekannt: Der Gehaltsetat beim Profiteam soll um 25 Prozent gesenkt werden.
Gehaltskosten von 30 auf 22,5 Millionen Euro runter
In der vergangenen Saison wurden Gehälter von insgesamt 30 Millionen Euro für den Profikader bezahlt. Das kann sich der Klub nicht mehr leisten, weil die Einnahmen durch TV-Gelder immer mehr sinken. Zielvorgabe ist, auf nur noch 22,5 Millionen Euro zu kommen.
Wie soll das gehen? Die Mannschaft wird erst mal von über 30 Spielern auf rund 25 Profis reduziert. Der erste Schritt wurde bereits gemacht: Die auslaufenden Verträge von Toni Leistner, Diego Demme, Jay Brooks, Jeremy Dudziak und Tim Hoffmann wurden nicht verlängert.

Einige Topverdiener müssen gehen
Doch das wird nicht reichen. Hertha muss sich auch von Topverdienern trennen. Der Verkauf von Kennet Eichhorn und Tjark Ernst wird nicht nur Transfereinnahmen bringen, sondern auch Gehalt einsparen. Zusätzlich müssen aber wohl noch andere Stammspieler verkauft werden.
Görlich sagt zwar: „Es wird aber keinen Ausverkauf bei uns geben.“ Doch die potenziellen Top-Verkaufskandidaten sind bekannt: Kapitän Fabian Reese, Michael Cuisance, Linus Gechter, Marton Dardai und Marten Winkler.
Was interessant ist: Bisher hat nur Flügelstürmer Winkler einen allgemeinen Wechselwunsch bei den Vereinsbossen hinterlassen, sonst kein anderer Spieler. Doch das kann sich in den nächsten Wochen ändern, wenn konkrete Angebote von anderen Klubs vorliegen.

Neue Spieler gibt es erst, wenn andere verkauft werden
Hertha muss wie jedes Jahr abwarten. Erst müssen Spieler verkauft werden, um dann neue zu holen, die weniger Geld verdienen. Und sie dürfen auch nicht viel kosten. Sportdirektor Benjamin Weber: „Wir schauen erst mal nur auf Leihmodelle und ablösefreie Spieler.“
Für Scoutchef und Kaderplaner Bastian Huber wird es ein echtes Tetris-Spiel auf dem Transfermarkt. Passende Spieler finden und dann schnell reagieren.
Ganz konkret von den Gehaltseinsparungen ist Michal Karbownik betroffen. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus. Der polnische Außenverteidiger möchte eigentlich auch bleiben, nachdem das Interesse von Werder Bremen abgeklungen ist, doch bei einer Vertragsverlängerung müsste er auf einige Euros verzichten.



