Hertha BSC

Hertha-Boss Görlich flüchtete wütend aus dem Bielefeld-Stadion

In einer Medienrunde enthüllt Geschäftsführer Dr. Peter Görlich, was er bei der Bielefeld-Blamage gemacht hat, gleichzeitig hält er an Trainer Leitl fest.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich stand Mittwoch in einer Medienrunde Rede und Antwort und kritisierte die Spieler nochmal scharf.
Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich stand Mittwoch in einer Medienrunde Rede und Antwort und kritisierte die Spieler nochmal scharf.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Diese 1:6-Blamage zum Saisonabschluss bei Arminia Bielefeld hallt bei Hertha BSC nach. Die blau-weißen Fans fordern den Rausschmiss von Trainer Stefan Leitl. Doch den wird es nicht geben. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich wiederholte Mittwoch nochmal die Jobgarantie für Leitl. Doch das ist nicht das einzige. Görlich schilderte selbst, wie sauer er nach dem Desaster war. Er verließ sofort nach Schlusspfiff das Stadion in Bielefeld.

Görlich: „Das Spiel musste ich alleine verarbeiten.“

„Die Frustentladung der Fans war völlig verständlich. Das Auftreten war ab der 46. Minute nicht mehr zu akzeptieren. Ich musste auch meinen Frust entladen, das können sie mir glauben, wer mich kennt“, fängt Görlich an.

Seine Reaktion beim Abpfiff schildert er so: „Ich saß auf der Tribüne neben Präsident Fabian Drescher und Finanzboss Ralf Huschen. Ich bin sofort beim Schlusspfiff aufgestanden und bin aus dem Stadion gelaufen. Das Desaster musste ich erstmal alleine verarbeiten.“

Herthas Mannschaft fiel beim 1:6 in Bielefeld auseinander. Alle schauten sich nur noch ratlos an.
Herthas Mannschaft fiel beim 1:6 in Bielefeld auseinander. Alle schauten sich nur noch ratlos an.IMAGO/Noah Wedel

Görlich hält zu Trainer Stefan Leitl

Doch Görlichs Ärger galt nicht dem Trainer, sondern den Spielern. Deswegen wiederholt er es nochmal, dass Leitl der Coach von Hertha BSC bleibt: „Ich würde nochmal so entscheiden. Mit Symbolik bekommt man Applaus, aber keinen Erfolg.“

Trotzdem bleibt das Problem, dass die Fans erstmal ihren Sündenbock mit Leitl gefunden haben. Leitl geht mit einer Hypothek in die neue Saison. Er muss einen Saisonstart mit vielen Punkten liefern, sonst geht die Diskussion um den Coach wieder los.

Görlich erklärt die frühzeitige Entscheidung für Leitl vor fünf Wochen so: „Wir sind vom 25. Bis zum 30. Spieltag in eine grundlegende Analyse gegangen. Wir haben alle Kriterien mit den Aufstiegsteams der vergangenen Jahre verglichen und da sind wir nie über die Benchmark hinausgekommen.“

Neuer Mannschaftsarzt kommt zu Hertha

Die Schlussfolgerung bei Hertha war: Dass es nicht am Cheftrainer liegt, sondern an den Spielern. Besonders eine Statistik erweis sich als mangelhaft: Das Verhalten bei Standardsituation, sowohl in der Defensive, wie auch in der Offensive. Hier könnten demnächst personelle Veränderungen im Trainerstaff erfolgen.

Fest steht dagegen schon, dass Hertha einen neuen Mannschaftsarzt bekommt. Dr. Hi-Un Park hört auf. Görlich: „Wir werden einen neuen Mannschaftsarzt präsentieren. Wir haben ihn schon gefunden.“

Doch sonst gibt es viele Fragezeichen: Wie sieht das Team in der nächsten Saison aus? Görlich ist da ehrlich: „Wir werden an Qualität verlieren. Das Nein-Sagen-Können bei Angeboten für unsere Spieler müssen wir uns erstmal erarbeiten. Die Möglichkeit haben wir gerade nicht.“

Eichhorn-Abschied rückt näher

Heißt übersetzt: Wunderkind Kennet Eichhorn ist trotz aller Bemühungen, ihn zu halten in diesem Sommer weg. Das Gleiche gilt auch für Torwart Tjark Ernst. Und wie sieht es bei Kapitän Fabian Reese aus. Görlich vielsagend: „Wir haben uns am Montag voneinander verabschiedet – mit einem Auf Wiedersehen.“

Andere Spieler möchten vielleicht gehen. Marten Winkler hat seinen Wechselwunsch hinterlegt. Görlich: „Das kann ein Spieler gerne machen. Aber er hat einen laufenden Vertrag bei uns. Da haben wir als Verein den Handlungsspielraum und entscheiden, was passiert.“ Es ist ein klares Signal an interessierte Klubs: Für billiges Geld sind wechselwillige Spieler nicht zu haben.