Die Fan-Wut ist bei Hertha BSC nach dem 1:6-Desaster in Bielefeld ist riesengroß. Sündenbock für viele Anhänger ist Stefan Leitl. Viele fordern den Rausschmiss des Trainers. Nach dem Abpfiff der Blamage wurde sogar eine Internet-Petition gestartet, die die Entlassung Leitls fordert. Herthas Bosse geraten selbst wegen der Fan-Wut unter Druck. Die Wahrheit ist: Hertha steckt in der Leitl-Zwickmühle.
Trainer oder Spieler, wer hat bei Hertha versagt?
Einfach mal den Coach feuern und alles wird okay? Gründe gibt es: Das Saisonziel wurde nicht nur verfehlt. Der Liga-Endspurt mutierte eher zu einem Marathon der Peinlichkeiten auf dem Rasen. Aber die Verantwortung nur auf Leitl zu schieben, wäre ungerecht und auch nicht treffend.
In erster Linie haben die Spieler versagt. Montagvormittag machte Leitl den Profis beim Abschlussgespräch nochmal ihren desaströsen Auftritt deutlich, bevor sie in den Urlaub durften. Ein Krisen-Kabinengespräch, wenn die Saison schon gelaufen ist. Das schafft eben auch nur Hertha.

Oberboss Görlich erteilte Jobgarantie für Leitl
Trotzdem rauchen die Köpfe beim Traditionsklub intern, weil die Fans sauer sind. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich hatte Leitl schon vor vier Wochen eine Jobgarantie ausgesprochen, vergangene Woche wiederholte er bei Sky: „Wenn man sich für jemanden entscheidet und macht es auch so publik, und durchaus auch gegen die ein oder andere kritische Stimme, dann ist so etwas auch fix! Er hat brutal viel Energie in die Mannschaft reingegeben.“
Doch die Mannschaft wirkte zuletzt energielos. Denn jeder Spiele ahnte, dass das Team so nie wieder zusammenspielen wird. Der Kaderumbruch war angekündigt worden. Leitl musste das moderieren. Resultat am Ende: Hertha geht mit in einem angeschlagenen Trainer in die neue Saison. Das ist eine Hypothek, denn dieser 1:6-Stachel hat sich tief in die Seele der blau-weißen Fans gebohrt. Ist da eine Wiedergutmachung noch möglich?
Hertha hat gar kein Geld für einen neuen Coach
Es gibt aber eben auch die knallharten Fakten hinter den Kulissen. Leitl ist bei der Kaderplanung für die neue Saison tief eingebunden. Ein Nachfolger müsste von vorne anfangen und hat wieder andere Vorstellungen. Wieder keine Kontinuität, die dieser Klub dringend braucht.
Die jüngste Vergangenheit in der Zweiten Liga hat eines gezeigt. Nach der Trennung von Pal Dardai im Sommer 2024, irrte das Team unter Nachfolger Cristian Fiel mit einer völlig neuen Fußballphilosophie monatelang auf dem Rasen herum, bis es nicht mehr ging. Diese Gefahr schlummert immer bei einem Trainerwechsel mit.



