Hertha BSC

Hertha-Debakel schrumpft Mini-Hoffnung auf Eichhorn-Verbleib

Kennet Eichhorn war bei dem historischen Debakel von Hertha BSC in Bielefeld dabei. Bitterer kann ein letztes Spiel für seinen Heimatklub nicht sein.

Author - Wolfgang Heise
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Für Kennet Eichhorn war das 1:6-Debakel in Bielefeld wahrscheinlich das letzte Spiel mit Hertha BSC. So einen Abgang hat der Teenie nicht verdient.
Für Kennet Eichhorn war das 1:6-Debakel in Bielefeld wahrscheinlich das letzte Spiel mit Hertha BSC. So einen Abgang hat der Teenie nicht verdient.Michael Taeger/IMAGO

Das Entsetzen nach dem 1:6-Debakel beim Saisonfinale in Bielefeld ist bei Hertha BSC groß. Über diese Blamage werden alle in und um den Verein noch viele Jahre erzählen. Auch Wunderkind Kennet Eichhorn (16) wird sich daran sein Leben lang erinnern. Sein voraussichtlich letztes Spiel für Hertha endete in einer Peinlichkeit. So macht der Klub Eichhorn den Abschied leicht …

83-Minuten-Qual für Eichhorn in Bielefeld

Der Teenie stand in der Startelf und gehört jetzt zu den Spielern, die sich völlig desaströs bei Arminia abschießen ließen. Beim Stand von 1:4 wurde der Mittelfeldspieler in der 83. Minute ausgewechselt. Völlig entnervt und komplett enttäuscht. Selbst er konnte nicht mit einem Geniestreich die Chaostruppe zum Aufbäumen bringen.

Es war ein trauriger Abgang für ihn und wahrscheinlich der bitterste Abschied, den je ein deutsches Talent im Fußball bei seinem Heimatklub erlebt hat. Das hat der Junge wirklich nicht verdient. Seit neun Jahren spielt er bei den Blau-Weißen, in jeder Jugendmannschaft war er der Beste. Seinen Traum vom Profifußball machte er selbst bei seinem Debüt in der Zweiten Liga am 10. August 2025 gegen den KSC (0:0) wahr.

Vor acht Tagen schoss Eichhorn noch sein erstes Liga-Tor nach einem Traum-Solo beim 2:1 gegen Greuther Fürth im Olympiastadion. Ein schöner Abschluss vor den Fans in der Ostkurve. Da hoffte Trainer Stefan Leitl noch: „Vielleicht bleibt Kenny noch ein Jahr hier.“

Kennet Eichhorn jubelt nach dem Tor zum 1:0 mit Marten Winkler beim 2:1-Heimsieg gegen Fürth. Doch nach dem 1:6 in Bielefeld ist ihm das Lachen vergangen.
Kennet Eichhorn jubelt nach dem Tor zum 1:0 mit Marten Winkler beim 2:1-Heimsieg gegen Fürth. Doch nach dem 1:6 in Bielefeld ist ihm das Lachen vergangen.O. Behrendt/IMAGO

1:6-Desaster schrumpft Chance auf Eichhorn-Verbleib

Doch dieses Desaster in Bielefeld hat die Chancen auf einen Verbleib Eichhorns noch mal erheblich gesenkt. Die Ausgangslage ist kompliziert. Manchester City will Europas bestes Fußballtalent unbedingt haben, obwohl er wegen Fifa-Regeln und Brexit in der nächsten Saison noch gar nicht für die Engländer spielen darf.

ManCity will sich in diesem Sommer nur die Transferrechte sichern und Eichhorn an Bayer Leverkusen ausleihen. Denkbar ist aber auch eine Leihe zu Hertha BSC. Darauf hoffen alle. Sportdirektor Benjamin Weber: „Wir können Kenny dauerhafte Spielpraxis bieten.“

Wie entscheidet sich Eichhorn?

Entscheidend ist, was der Teenie selbst will. Er hängt mit dem Herzen an seinem Klub, doch nach diesem historischen 1:6 in Bielefeld könnte er immer mehr ins Zweifeln kommen, ob es noch Sinn hat, das blau-weiße Trikot in einer ungewissen Saison beim Zweitligisten zu tragen.

Denn neben ManCity buhlen gerade der FC Bayern und Borussia Dortmund um die Wette. Eichhorn hat die freie Wahl. Das Desaster in Bielefeld macht ihm den Abschied emotional leichter. Aber was in den nächsten Wochen passiert, ist noch völlig unklar.