Vor fünf Wochen wechselte Fabian Reese (28) zum Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg. Die Wut und Enttäuschung bei den Fans von Hertha BSC waren groß. Die Wogen hatten sich zuletzt geglättet. Jetzt meldet sich Reese zu Wort und redet sich seinen Wolfsburg-Wechsel noch mal schön.
2. Liga statt Bundesliga? Reese: „Eine berechtigte Frage“
Wieder nur Zweite Liga und nicht Bundesliga. Darüber hatten sich die blau-weißen Anhänger am meisten echauffiert. Viele verstehen es bis heute nicht.
Reese gibt zu: „Ja, sicherlich ist das eine berechtigte Frage. Ich hatte einige andere Möglichkeiten auch in der Bundesliga. Für mich war wichtig, die Art und Weise, wo steht der Verein, was ist der Plan mit mir als Spieler? Welcher Trainer ist da? Wie ist meine Rolle in dem Verein und wo möchte der Verein die nächsten Jahre hin?
Und vor allem, wie möchte der Verein da hinkommen?“
Reese spricht über die Vertragsverhandlungen mit dem Klub aus der VW-Stadt und schwärmt: „Da hat mich der Verein komplett abgeholt durch alle Gremien und Ebenen und hat gesagt, okay, das wollen wir so mit dir angehen und haben mich so überzeugt.“

Reese: „Der Unmut der Hertha-Fans nimmt mich mit“
Der Abschied von Hertha als Kapitän und Gallionsfigur der vergangenen drei Jahre und die Wut der Fans haben ihn getroffen: „Natürlich nimmt es einen sehr mit, nach so drei wundervollen Jahren diesen Unmut entgegengebracht zu bekommen. Aber da muss ich durch. Ich wachse daran als Mensch und solange es sachlich ist, ist es in Ordnung.“
Die Wahrheit bei diesem Transfer ist: Hertha konnte sich auf Dauer nicht mehr das Gehalt von rund 2 Millionen bis 2030 für Reese leisten und brauchte wegen der Finanznot Transfererlöse. Den schwarzen Peter bekam aber Reese alleine zugeschoben.
Das macht auch noch mal Reese deutlich: „Wir haben relativ früh Gespräche geführt und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste ist, diesen Schritt zu gehen. Es gehören zu so einem Wechsel auch immer mehrere Entscheidungsträger. Und das ist dann letztendlich so gekommen.“

Reese: „Ich freue mich, in Wolfsburg zu sein“
Hertha musste Reese verkaufen, doch nur der VfL Wolfsburg und kein anderer Bundesliga-Klub zahlte mit 8 Millionen Euro mehr als 3 Millionen über seinen Marktwert. Reese: „Ich habe mich dafür entschieden, zum VfL Wolfsburg zu gehen, mit vollster Überzeugung, bin sehr froh, hier zu sein. Ich freue mich, jetzt hier zu sein und in diesem Setting-Fußball spielen zu dürfen.“
Anfang November gibt es für Reese das Wiedersehen mit Hertha. Am 11. Spieltag haben die Blau-Weißen ihr Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg im Olympiastadion. Noch weiß keiner, wie es in rund drei Monaten bei beiden Klubs aussieht.





