Es war seit ein paar Tagen klar, jetzt machte es Hertha BSC offiziell. Kapitän Fabian Reese (28) hat den Klub verlassen, spielt nächste Saison für Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg. Der finanzschwache Klub kassiert 8 Millionen Euro Ablöse und die bisherige blau-weiße Gallionsfigur Reese verbale Prügel von den Fans. Die Enttäuschung bei den Anhängern ist groß.
Reese: „Mein Wechsel stößt nicht überall auf Verständnis“
Das weiß auch Reese, der sich bisher für Hertha immer zerissen hatte. In seinen Abschiedsworten geht er auf das Unverständnis der Fans auch ein und sagt: „Mir ist bewusst, dass mein Wechsel nicht überall auf Verständnis stößt. Die emotionale Reise der letzten drei Jahre war so intensiv, dass weder für euch noch für mich dieser Abschied ein leichter ist. Dennoch bitte ich um Respekt vor meiner Entscheidung.“ Die Sätze richten sich direkt an die Anhänger.
Reese kam nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 und entwickelte sich nicht nur durch seine Tricks und Tore sofort zum Publikumsliebling. Es war seine Präsenz, seine Aura und sein Herzblut, dass er in den Klub steckte. Er war die Symbolfigur für den Aufbruch bei Hertha. Doch das entscheidende fehlte dreimal - die Rückkehr in die Bundesliga.

Reese deutet Herthas finanzielle Lage an
Reese sieht das auch als einen Grund für seinen Wechsel in die VW-Stadt: „Diese Zeilen zu verfassen, fällt mir unglaublich schwer. Nach Abschluss dieser für uns alle nicht erfreulichen Saison und der gemeinsamen Einordnung der sportlichen sowie der finanziellen Ausrichtung unserer Hertha, musste ich eine Entscheidung als Sportler treffen. Wir müssen uns als Mannschaft eingestehen, den Wiederaufstieg in den letzten Jahren verpasst zu haben“
Das Resultat daraus ist klar: Hertha muss jetzt weiter sparen und kann sich das geschätzte Jahresgehalt von 2 Millionen Euro für Reese nicht mehr leisten. Es sind Fakten, die der Flügelstürmer nur andeutet: „Der daraus resultierenden Neuausrichtung des Vereins möchte ich nicht im Wege stehen.“
Der Publikumsliebling möchte versöhnlich gehen und bedankt sich bei allen: „Ich hatte eine unbeschreibliche Zeit bei Hertha und in Berlin, die mich zum einen als Fußballer, aber vor allem auch als Mensch unheimlich geprägt und wachsen lassen hat. Dafür möchte ich meinen Teamkollegen, den Trainern, dem Staff, den Verantwortlichen und Mitarbeitern, aber ganz speziell den Fans aufrichtig danken!“
Nächste Woche trainiert Reese schon bei Wolfsburg
Er selbst geht überhaupt nicht im Zorn. Auch Sportdirektor Benjamin Weber findet nur nette Worte: „Natürlich fiel uns die Entscheidung, unseren Topscorer und Kapitän ziehen zu lassen, alles andere als leicht. Fabi hat sich durch und durch mit Hertha BSC und der Stadt Berlin identifiziert.“




