Hertha BSC

Steigt ein ehemaliger US-Botschafter bei Hertha BSC ein?

Hinter den Kulissen gibt es bei Hertha BSC einen neuen Plan um  den Verkauf der KGaA-Anteile. Dabei soll ein US-Amerikaner die Hauptrolle spielen.

Author - Wolfgang Heise
Teilen
Philip D. Murphy ist bestens bekannt bei Hertha BSC. Der ehemalige US-Botschafter will jetzt beim Verein die Anteile kaufen.
Philip D. Murphy ist bestens bekannt bei Hertha BSC. Der ehemalige US-Botschafter will jetzt beim Verein die Anteile kaufen.IMAGO/Peter Hartenfelser

Seit einem Jahr rätseln alle bei Hertha BSC. Was wird eigentlich aus den 78,8 Prozent Anteilen der Hertha KGaA? Der jetzige Inhaber, die US-Versicherungsgruppe A-Cap, will sie eigentlich verkaufen. Jetzt soll angeblich ein Interessent gefunden worden sein – der ehemalige USA-Botschafter für Deutschland, Philip D. Murphy (68), der jetzt eine Investor-Firma hat.

Investor A-Cap will die Hertha-Anteile verkaufen

Die Bild berichtete am Mittwoch zuerst über diesen möglichen Deal. Kehrt damit endlich Ruhe im Verein ein? Der Verkauf der Anteile der Hertha KGaA und seine fatalen Folgen beschäftigen den Klub bis jetzt. 2019 war der deutsche Skandalinvestor Lars Windhorst bei Hertha eingestiegen. Er pumpte in drei Jahren sagenhafte 374 Millionen Euro hinein. Das Geld wurde für teure Transfers und teure Gehälter verbrannt, und dazu gab es einen Dauerzoff.

Windhorst stieg entnervt im November 2022 aus und präsentierte dann mit 777 Partners einen Käufer. Das US-Unternehmen aus Miami stellte sich aber als wenig seriös heraus. In den USA gibt es mehrere Strafverfahren und bei der Zerschlagung des Unternehmens ersteigerte der Gläubiger A-Cap, ein Versicherungsunternehmen, vor einem Jahr die Anteile.

Seitdem blieb es ziemlich ruhig. A-Cap betrachtete sich eher als stiller Teilhaber und mischte sich nicht ins Tagesgeschäft des Klubs ein. Doch es war auch klar, dass das Versicherungsunternehmen die Hertha-Anteile verkaufen will. Wurde jetzt ein Käufer mit Philip D. Murphy,  gefunden?

US-Botschafter Philip D. Murphy besuchte auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit oft.
US-Botschafter Philip D. Murphy besuchte auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit oft.IMAGO

Philip D. Murphy ist Hertha-Fan

Bei Hertha ist der Ami bestens bekannt. Von 2009 bis 2013 war er US-Botschafter für Deutschland. In der Zeit besuchte er auch oft Heimspiele des Klubs und wurde blau-weißer Fan. Nach seiner Zeit in Berlin wurde er Gouverneur im Bundesstaat New Jersey. Gleichzeitig war er auch im Vorstand des US-amerikanischen Fußballverbandes und bei der Organisation der WM 2026 beteiligt. Ahnung von Fußball hat der Mann.

Die spannende Frage: Wie viele Millionen müsste Murphy an A-Cap zahlen? Durch den Abstieg 2023 und jetzt schon drei Jahre Zugehörigkeit in der Zweiten Liga ist Herthas Wert drastisch gesunken. Der Wert der Anteile wurde gerade mal noch auf 60 Millionen Euro geschätzt. Angeblich will Murphy aber sogar noch mindestens 100 Millionen in den Klub investieren.

Hertha könnte sich auf einen Schlag sanieren. Doch die Diskussion ist jetzt schon da. Viele Hertha-Fans wollen keinen Investor haben. Am liebsten sollten die KGaA-Anteile vom Verein zurückgekauft werden. Doch dafür hat Hertha momentan gar kein Geld.