Die Wut bei den Fans ist groß. Der Kapitän und bisherige blau-weiße Liebling Fabian Reese (28) wechselt zum Zweitliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg. Ganz ohne Emotionen: Hertha BSC kassiert rund acht Millionen Euro, die den Klub finanziell retten. Nur weil Reese in seiner Karriere einen Fehler wiederholt ...
Reese kostete keinen Cent, jetzt bringt er acht Millionen
Reese war bei Hertha BSC die personifizierte Hoffnung auf die Rückkehr in die Bundesliga – drei Jahre lang. Das ist jetzt vorbei. Der Flügelflitzer ist weg und seine Geschichte wiederholt sich auf tragische Weise. Ein Rückblick lohnt sich, um zu verstehen, was hier gerade bei Reeses Abgang passiert.
Im Januar 2023 einigte sich Reese mit Herthas Ex-Manager Fredi Bobic auf einen Vertrag. Der offensive Spieler vom damaligen Zweitligisten Holstein Kiel wollte in die Bundesliga zurück (vorher hatte er 262 Minuten als Nachwuchstalent für Schalke im Oberhaus gespielt). Hertha schien für ihn die beste Adresse. Und um Fairness walten zu lassen: Es war der beste Deal von Bobic, denn Reese kostete nicht einen Cent, weil sein Vertrag in Kiel im Sommer 2023 auslief.
Hertha konnte sich Reese nicht mehr leisten
Das Problem nur: Vier Monate später waren die Blau-Weißen abgestiegen. Reese spielte wieder nur Zweite Liga. Er ließ sich nicht entmutigen und schaffte es, im Turbo-Tempo Kultstatus bei den Fans zu erlangen. Vor 13 Monaten ging Hertha All-in. Der teure Rentenvertrag für Reese bis 2030 mit einem geschätzten Jahresgehalt von knapp zwei Millionen Euro war das Signal, dass die Blau-Weißen den Aufstieg 2026 anpeilten.

Das ist gescheitert und damit auch die Hoffnung, Reese noch lange zu halten – oder besser – zu bezahlen. Das ist die brutale Wahrheit. Die schönen Fakten: Reese hat eindrucksvoll für Hertha geliefert. In 91 Spielen 35 Tore geschossen und 31 vorbereitet, trotz einer langwierigen Corona-Erkrankung und einer Knöchel-OP. Dazu war er immer der Antreiber im Team. Er gab dem Klub drei Jahre ein Gesicht und bringt jetzt acht Millionen Euro Ablöse.
Reese trägt beim Wolfsburg-Deal das größte Risiko
Für Hertha ist der Abgang ein schwerer sportlicher Verlust. Für Reese selbst ist der Wechsel zum VfL Wolfsburg ein Imageverlust, den er sich gut vergüten lässt. Das Problem für ihn persönlich ist: Er wiederholt einen Fehler – diesmal noch drastischer. Bei Hertha galt sein Vertrag 2023 automatisch auch für die Zweite Liga, bei Wolfsburg lief der Poker anders. Erst wollte er nur in die VW-Stadt wechseln, wenn der VfL in der Bundesliga bleibt. Jetzt unterschreibt er trotz Abstiegs. Er bleibt in der Zweiten Liga. Für ihn bleibt die Bundesliga weiterhin eine Hoffnung und keine Garantie.



