Noch neun Spiele in der Zweiten Liga. Gibt es jetzt Langeweile nach dem verpassten Aufstieg bei Hertha BSC? Nein! Im Team verschiebt sich gerade die Hierarchie. Paul Seguin (30) ist jetzt der heimliche Boss. Die Frage ist: Wird er Sonnabend (20.30 Uhr) zum ersten Mal die Mannschaft als Kapitän beim Heimspiel gegen den VfL Bochum auf das Feld führen?
Seguin trug schon in Münster die Kapitänsbinde

Capitano Nummer 1 ist Fabian Reese, aber der muss eine Gelbsperre abbrummen. Der erste Vize Toni Leistner sitzt als Ersatzspieler auf der Bank und der zweite Vize Deyo Zeefuik fällt noch immer verletzt aus. Als Reese zuletzt beim 2:1 gegen Nürnberg ausgewechselt wurde, bekam Michael Cuisance. Beim 2:1 in Münster übergab Reese den Stoff an Seguin. Cuisance oder Seguin gegen Bochum Kapitän – das ist jetzt die Frage?
Führungsspieler sind sie beide, doch bei Seguin gibt es eine erstaunliche Entwicklung. Als er zum Saisonanfang monatelang wegen einer komplizierten Fuß- und Wadenverletzung ausfiel, hielt er sich zurück. Kein Spiel, also nicht viel reden. Das hat sich nach seinem Comeback im Herbst 2025 geändert und er ergreift immer mehr das Wort.
Seguin appelliert: „Verantwortung gegenüber Hertha“
Und das klingt dann schon wie heimlicher Boss. Zur Gesamtlage in der Mannschaft sagt er: „Der Aufstieg ist leider aus verschiedensten Gründen dahin. Es geht jetzt darum, dass wir eine Verantwortung gegenüber dem Verein haben. Wir haben alle einen Vertrag bei Hertha BSC, wir müssen unseren Job machen.“ Hängenlassen gilt nicht. Seguin will dafür sorgen, dass es kein lustloses Auslaufen der Saison wird.

Der erfahrene Profi weiß, dass er jetzt besonders gefragt ist, damit kein Schlendrian entsteht. „Ich werde versuchen, in der Mannschaft die Energie hochzuhalten, was auch nicht einfach ist, wenn du um die Goldene Ananas spielst. Ich selbst spiele auch lieber um etwas, als um gar nichts. Die Situation ist komisch, muss ich ehrlich sagen. Wir wollen alle in die Bundesliga und spielen gefühlt jetzt um nichts. Es ist nicht einfach, aber wir machen es trotzdem gerade gut.“



