Sie helfen beim Besuch des Olympiastadions, wo sie können, sorgen für Sicherheit und halten manchmal auch ihre Knochen hin - Hertha-Ordner. Leicht erkennbar mit orangen oder gelben Westen. Doch wer macht diesen Job eigentlich? Die Motivation dahinter ist so vielseitig wie die Menschen. Der KURIER sprach mit Michael Schirok (62). Denn der hat etwas ganz Großes vor. Er verdient sich ein Zusatzgeld als Ordner, damit er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann – eine Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff in 121 Tagen.
Hertha-Ordner legt seit 2021 Geld für Weltreise beiseite
„Ich gehe im Herbst 2028 in Rente und ich habe mir im Leben immer Ziele gesetzt. Dann will ich 2029 die Weltreise machen“, sagt Schirok. Sein Hauptberuf ist Vertriebsleiter bei einem bekannten Hersteller von Spielautomaten-Prüfgeräten.
Für die Luxusreise reicht natürlich sein Erspartes oder seine Rente nicht. Rund 28.000 Euro kostet der Viermonats-Trip über die Ozeane des Globus. „Ich bin seit 1986 schon Ordner. Hertha ist seit meiner Kindheit mein Verein. Ich kann zwei Sachen verbinden und verdiene zusätzlich etwas Geld. Vor fünf Jahren habe ich den Entschluss gefasst, dass ich die Euros für die Weltreise beiseitelege. Ich habe es schon zusammengerechnet. Bis zu meiner Rente müsste ich die nötigen 28.000 Euro zusammen haben“, sagt Schirok.

Er arbeitet für den Sicherheitsdienst BEST. Nicht nur bei Hertha-Heimspielen ist er im Einsatz, sondern auch bei Musikkonzerten in der ganzen Stadt. „Demnächst spielt Metallica im Olympiastadion, da bin ich auch dabei“, sagt er und freut sich schon auf die Hardrocker mit ihrer bombastischen Show. Wieder ein Zehn-Stunden-Einsatz, aber jeder Euro zählt für seinen Lebenstraum.
„Ich will beim Silvester-Feuerwerk in Sydney dabei sein“
„Ich reise gerne, war schon an vielen Ländern. Bei der Weltreise geht es erstmal nach Asien, da war ich noch nie, das will ich kennenlernen. Dann will ich weiter nach Neuseeland und Australien“, sagt Schirok und seine Vorfreude auf das Abenteuer sieht man dabei in seinen Augen.
Der Höhepunkt soll Silvester 2029 sein. „Da bin dann in Sydney beim größten Neujahrsfeuerwerk der Welt. Ich habe schon die Bilder im Fernsehen so oft gesehen. Ich will einmal im Leben selbst dabei sein“, sagt er. Von Australien geht es weiter nach Südamerika. Brasilien, Copa Cabana, Rio de Janeiro, das klingt nach Lebensfreude pur.



