Wieder mal den Sieg verschenkt wegen einer Roten Karte. Hertha BSC reiste nach dem 1:1 bei Eintracht und dem Platzverweis von Wunderkind Kennet Eichhorn (16) und zu vielen vergebenen Torchancen frustriert aus Braunschweig ab. Trainer Stefan Leitl machte sein ganz eigene Rechnung auf.
Leitl: „Das war eine Rote Karte für Eichhorn“
Eichhorn hatte in der 73. Minute bei einer Grätsche Gegenspieler Florian Flick am Schienbein getroffen. Schiri ahndete das Foul zunächst mit Gelb, der VAR plädierte auf Rot. Blau-weiße Proteste gab es nicht und Leitl sagte zu der Szene: „Ich muss leider ja sagen. Das ist eine Rote Karte. Wir haben uns selbst und damit Kenny in die Situation gebracht. Wir hatten da kein gutes Passspiel und Kenny wollte mit seinem Eifer und seinem Einsatz noch alles versuchen. Das war eine total unglückliche Szene. Wir sind froh, dass keine Verletzung daraus resultierte.“

Was aber den Coach viel mehr zum Nachdenken brachte, war die Tatsache, dass Hertha mal wieder Rotsünder war und das Spiel kippte. Fünf Minuten später traf Braunschweig zum Ausgleich. es die vierte Rote Karte in dieser Saison war. „Es ist die vierte Rote Karte in dieser Saison. Auf Sicht verlierst du zu viele Punkte, wenn du solange Zeit in Unterzahl spielst. Wenn ich nachrechne. Es sind sechs Punkte die uns dadurch fehlen.“
Leitl: „Wir müssen uns selbst an die Nase fassen“
Toni Leistner sah im Dezember gegen Bielefeld ein Witz-Rot. Arminia machte in der Nachspielzeit das 1:1. Das nächste Skandal-Rot erhielt Dawid Kownacki im Februar, der wegen eines taktischen Fouls beim 2:2 gegen Darmstadt vom Platz flog. Die Rote Karte von Josip Brekalo blieb beim 1:0 in Dresden zum Glück ohne Auswirkung. Jetzt Eichhorn. Statt drei Siege, nur drei Unentschieden. Das macht sechs Punkte, in der Tabelle hätte Hertha auch 54 Punkte haben können und wäre noch voll im Aufstiegskampf.
Doch viel entscheidender war beim 1:1 in Braunschweig die mangelnde Chancenauswertung. Das stellte auch Leitl klar: „Ich bin sehr enttäuscht, dass wir nur einen Punkt mitgenommen haben aufgrund der Tatsache, dass wir in der ersten Halbzeit höher führen müssen. Die Chancen haben wir zu leicht hergegeben. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Das sahen zumindest die Spieler genauso.
Torwart Tjark Ernst
„Extrem ärgerlich! Am Ende gab es aber zwei Knackpunkte: Die rote Karte, genau wie die Tatsache, dass wir es nicht geschafft haben, vorher das 2:0 zu machen. Dann hätten wir mehr Puffer gehabt.“

Kapitän Fabian Reese
„Wir sind gut in das Spiel reingekommen und ein bisschen glücklich mit dem Elfmeter in Führung gegangen. Danach hatten wir mehrere Möglichkeiten auf das zweite und auch dritte Tor, aber haben den Sack nicht zugemacht. Unsere Chancenverwertung war der Knackpunkt und natürlich hilft es auch nicht, zusätzlich noch eine Rote Karte zu bekommen. Fast 20 Minuten sind eine sehr lange Zeit in Unterzahl.“
Vize-Kapitän Toni Leistner
„Über die rote Karte kann man diskutieren, aber das bringt auch nichts. Wir hätten das Ding vorher entscheiden müssen. Wenn wir das 2:0 und 3:0 machen, sieht das ganz anders aus. Am Ende können wir froh sein, dass wir einen Punkt mitnehmen. Klar hatten wir uns etwas anderes vorgenommen, wir wollten gewinnen – von daher ist das Unentschieden ein bisschen enttäuschend.“



