Kein Aufstieg, jetzt gibt es die nächste Sparwelle bei Hertha BSC. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich kündigte an, dass das Profiteam verkleinert wird. Die hohen Personalkosten kann sich der finanzschwache Klub im vierten Zweitliga-Jahr nicht mehr leisten. Doch ein Spieler wird bei Hertha bleiben, mit dem vor einem Jahr eigentlich keiner mehr gerechnet hat: Phänomen Toni Leistner (35) macht weiter.
Leitl braucht Leistner als Leitwolf
Die Gespräche wegen einer Vertragsverlängerung mit dem Abwehrroutinier laufen im Hintergrund. Leistner denkt nicht ans Aufhören. Sein Körper zeigt keine Signale, dass es an der Zeit ist, die Karriere zu beenden. Ganz im Gegenteil: Er ist in Topform.
Trainer Stefan Leitl will den Leitwolf unbedingt behalten und sagt es auch ganz offen: „Toni hat seine Wichtigkeit für die Mannschaft innerhalb dieses Jahres erneut bewiesen. Er kann Führung übernehmen. Innerhalb der Kabine zählt sein Wort. Er hat seine Rolle im Konkurrenzkampf überragend angenommen und dabei die jungen Spieler weiter gefördert.“
Doch noch entscheidender ist seine Fitness. „Er war im Training immer da, dementsprechend hat er auch mehr Spiele gespielt, als wie man ihm vielleicht vor der Saison zugetraut hat“, lobt Leitl den Musterprofi der alten Schule.
Planung mit Brooks ist gescheitert
Bisher 22 Spiele, davon 19-mal in der Startelf, sind Argumente genug für die Fortsetzung der Karriere. Es ist wie schon im Frühjahr 2025. Da kämpfte Leistner auch um eine Vertragsverlängerung. Herauskam dann ein Jahres-Vertrag mit Verlängerung beim Bundesliga-Aufstieg. Der ist so gut wie abgehakt. Doch bei Herthas Bossen hat sich trotz Sparkurs die Meinung durchgesetzt, dass Leistner bleiben soll. Der Poker läuft, eine Einigung dürfte kein Problem werden.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Eigentlich sah die Planung ganz anders aus. Jay Brooks (33) sollte eigentlich Leistner als Routinier in der Verteidigung beerben. Doch dessen Dauerverletzungen (nur eine Minute in zwei Jahren gespielt) haben alle zum Umdenken gebracht. Sein auslaufender Vertrag wird nicht mehr verlängert.
Das Gleiche gilt auch für Diego Demme (34). Dazu kehrt Leihspieler Maurice Krattenmacher (20) wieder zurück zum FC Bayern München. Damit hätten die Blau-Weißen vom 30-köpfigen Kader schon drei Profis von der Gehaltsliste. Doch dabei wird es nicht bleiben.
Michal Karbowniks (25) Vertrag läuft aus, auch hier sieht es nach Abschied aus. Spannend bleibt es bei Jeremy Dudziak (30). Er hat sich eindrucksvoll nach einer schweren Hüft-Operation im vergangenen Jahr zurückgemeldet. Doch sein Vertrag endet auch im Juni.

Görlich rechnet mit Verkauf von Topstars
Das Personalpuzzle läuft bei Hertha. Stand jetzt: Dudziak bleibt, wenn andere Mittelfeldspieler wie Michael Cuisance (26) oder Kevin Sessa (25) verkauft werden. Görlich machte auch das unmissverständlich klar, dass Hertha Transferüberschüsse erwirtschaften muss: „Am liebsten würde ich keinen unserer Spieler abgeben. Aber es gibt einen Markt. Wenn Angebote für Spieler reinkommen, müssen wir die aufgrund unserer Situation gewissenhaft prüfen und gemeinsam mit den Spielern Entscheidungen treffen. Wir sind nicht der Verein, der es sich leisten kann, Angebote für Spieler einfach wegzuatmen. Es gab mal eine Phase, wo Hertha mit Finanzmitteln ausgestattet war, aber die hat man verspielt.“



