Der Oberboss von Hertha BSC hat gesprochen: Trainer Stefan Leitl (48) und Sportdirektor Benjamin Weber (46) sind auch nächste Saison bei den blau-weißen im Amt. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich (59) macht mit dieser Ansage gerade alles richtig.
Köpfe austauschen ist für Görlich zu einfach
Die jetzige Ankündigung ist perfektes Timing eines Machers, der weiß, was er etwas sagen muss. Das Saisonziel, der Bundesliga-Aufstieg, wurde höchstwahrscheinlich verfehlt. Fünf Spieltage vor Saisonende spricht Görlich jetzt die Jobgarantie für Leitl und Weber aus. Irrwitzige Diskussionen beenden, bevor sie überhaupt beginnen. Dieser Verein braucht weiterhin Ruhe und Kontinuität.
Görlich, der ein ehrgeiziger Motivator ist, hat seit seinem Amtsantritt vor siebeneinhalb Monaten die Seele des Klubs eingeatmet. Er agiert nicht mit der Brechstange wie einst der gescheiterte Ex-Manager Fredi Bobic. Köpfe austauschen ist für Görlich zu einfach. Er will etwas in den Köpfen bewegen, damit sich Hertha verändert.

Das Pro für Leitl
Die Entscheidung ist kein behäbiges „Weiter so“. Görlich hat selbst eine Trainer-A-Lizenz und seine Analyse der sportlichen Entwicklung, unterscheidet sich deswegen von einfachen Effektlösungen. Nur Platz 6, ist der Trainer daran schuld? Objektiv hatte Hertha überdurchschnittliches Verletzungspech. Leitl hat darauf immer Antworten gefunden. Und eine war herausragend: Ohne Zaudern schmiss er den 16-jährigen Kennet Eichhorn ins Profigeschäft. Das wird Hertha Millionen einbringen. Die Chemie zwischen Trainer und Spieler stimmt. Das zeigt sich gerade jetzt. Es gibt keinen gemütlichen Ausklang, obwohl das Saisonziel abgeschrieben ist.

Das Pro für Weber
Auch Sportdirektor Weber, der im Januar 2023 kam, als sich der Klub im absoluten Sport- und Finanzchaos befand, bleibt. Als Neuling auf dem Posten gab es Flop-Transfers, doch die Gesamtquote stimmt trotzdem bei dem engen Finanzrahmen. In der Wintertransferperiode konnte Görlich überzeugen, dass Weber das operative Geschäft auf den Punkt beherrscht. Dauerproblem Agustin Rogel weg, dazu Jon Thorsteinsson ausgeliehen und dafür eine echte Verstärkung mit Josip Brekalo geholt. Damit die Quote aber noch besser wird, wurde mit Bastian Huber (47) ein neuer Chefscout geholt.
Görlich knallhart: Mangelhafte Infrastruktur bei Hertha
Veränderungen wird es trotzdem geben. Der Profi-Kader wird geschrumpft, weil sich der Klub die Personalkosten nicht mehr leisten kann. Görlich ist kein Schönredner und sagt, wo bei Hertha die Defizite liegen: „Wir sind ein hoch verschuldeter Klub. Wir sind ein Klub mit mangelhafter Infrastruktur. Das beginnt beim Trainingsplatz und hört bei den Räumlichkeiten auf. Wir haben keine Trainingsbedingungen auf Bundesligastandard.“


